Balsame (myroxylon, burseraceae)

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Mekkabalsam – Räucherpflanze

Unter Balsamen werden zumeist die Harze der Balsambäume (myroxylon) bezeichnet, die in Mittel- bis Südamerika gedeihen. Diese immergrünen Bäume können eine Höhe von bis zu 12 Metern erreichen. Die ethymologische Herkunft des Wortes „Balsam“ ist höchstwahrscheinlich im hebräischen Begriff „bosem“ (בּוֹשֶׂם) zu finden und bedeutet „Wohlgeruch“ bzw. „Gewürz“. Ursprünglich stand Balsam für das Harz der Commiphora Opobalsamum (auch balsamodendron gileadensis, Balsam von Gilead, echter Balsam, arabischer Balsam, Mekkabalsam oder opobalsamum verum), eine in Ägypten, Arabien, Syrien und der nubischen Küste beheimatete Art der Gattung Balsambaumgewächse (burseraceae). Dieser immergrüne und dornlose Baum wuchs in alten Zeiten auch an beiden Küsten entlang des Roten Meeres.

Kulturelle Bedeutung

Das Balsamharz war ein begehrtes Handelsgut im Altertum und der Antike, weshalb die Balsambäume in ihren Anbaugebieten unter königlichem Monopol standen. Plinius bezeichnete den Balsam als einen Duft, der alle anderen übertreffe. Auch in der Bibel wird Balsam erwähnt (vgl. Hld 5,1). Große Gelehrte und Historiker der damaligen Zeit wie Dioskorides, Flavius Josephus, Tacitus oder Plinius priesen die Balsambäume Judäas.
Das Harz des Baumes wurde in der Vergangenheit häufig mit Myrrhe verwechselt und war im Altertum sowie dem Mittelalter ein sehr begehrtes Handelsgut. Zu großer Berühmtheit haben es in vergangenen Zeiten die Balsamgärten von Jericho und Matarea aufgrund der Reinheit der dort gezüchteten Balsambäume gebracht. Sowohl aus den Blättern als auch durch Einschnitte in die Rinde des Stammes wird das dickflüssig-trübe und gelbliche Harz gewonnen, das mit der Zeit rötlich wird. Außer dem Harz wurde auch das Holz („Balsamholz“) sowie die Früchte („Balsamkörner“) gehandelt. Zu den Balsamen werden heute u. a. Copaivabalsam, Benzoe, Kanadabalsam, Kandeabalsam, Mekkabalsam, Myrrhe, Perubalsam oder Tolubalsam gezählt.

Definition von Balsamen

Ein Balsam lässt sich zudem wie folgt definieren: Es handelt sich beim diesem um ein natürliches Gemisch aus Harzen (Harzalkohole, Harzester, Harzsäuren, phenolische Resinotannole, ungesätigte Resene), welches in  eines  in ätherischen Ölen aufgelöst wurde und nach dem Verdampfen dieser Öle zu einer oft amorphen (formlose) und glasartigen Masse erhärtet ist.

Sorten des Mekkabalsams

Es gibt zwei verschiedene Arten des Mekkabalsams (seinen Namen erhielt er aufgrund seines Hauptanbaugebietes rund um die Hügel von Mekka):

  1. Eine aus dem Stamm gewonnene dünne Flüssigkeit, die eine hellgelbe Farbe hat und ähnlich wie Salbei und Zitronenöl riecht. Früher hatte diese Sorte besonders im Osmanischen Reich eine große Bedeutung, wo sie als Geschenk der Sultane diente.
  2. Eine weiße und seifenartige zähe Flüssigkeit, die schon im Altertum bei verschiedenen gesundheitlichen Beschwerden verwendet wurde.

Balsame räuchern – Nutzung als Räucherwerk

flüssiger Balsam

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern von reinem Mekkabalsam verströmt dieser einen angenehm aromatischen Duft, der an Koniferen erinnert.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Balsamen hat zumeist eine angenehme, warme und beruhigende Wirkung auf Körper und Geist, denn nicht umsonst heißt ein altes Sprichwort: „Das ist Balsam für die Seele.“

  • Traditionelle Verwendung

  • Im jüdischen Kult fand dieser Balsam besonders als sakrales Räucherwerk Verwendung.

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Weitere Anwendungsmöglichkeiten von Balsam

  • Balsam war ein Bestandeil des Salböls für die christlichen Könige.
  • Ebenfalls diente er zur Einbalsamierung von Toten sowie zur Produktion von Salben zur Parfümierung.
  • In der arabischen Heilkunde wurde Mekkabalsam zudem als Mittel gegen Unfruchtbarkeit eingesetzt. Außerdem wurde in der Volksmedizin u. a. auch bei Bronchitis, Brustschmerzen und Lungenleiden eingesetzt.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, 181-182.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 30, 39ff.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 42-45.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 63-64.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 198f.