Asant / Stinkasant (Asa foetida)

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Was ist Asant (Stinkasant)?

Asant (Stinkasant) – Räucherpflanze

Beim Asant bzw. Stinkasant (lat. ferula asa-foetida → heißt übersetzt in etwa „stinkende Rute“), der auch häufig als Teufelsdreck bezeichnet wird, handelt es sich um eine bis zu drei Meter große krautige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (apiaceae), die in den Stein- und Salzwüsten von Afghanistan, Iran, Russland sowie im Westen Pakistans (Kaschmir) gedeiht.

Historische Bedeutung

Schon in der Antike wurde die Pflanze nach Ägypten, Griechenland und Rom gehandelt. In den vergangenen Jahren wurde viel darüber spekuliert, ob das Silphion der Griechen und der Laser (von der Stammpflanze Laserpitium) der Römer mit Stinkasant identisch sind. Das Gummiharz, welches man beim Einschneiden des Wurzelstockes gewinnt bzw. der eingetrocknete Milchsaft verschiedener Ferula-Arten, wird gern als Räucherstoff verwendet. Der austretende Milchsaft wird an der Sonne getrocknet und verharzt, wobei die Harzbrocken eine gelb bis rotbraune Farbe annehmen. Neben Galbanum zählt die Ferula-Art Asant zu den beliebtesten ihrer Gattung.

Asant räuchern – Nutzung als Räuchermittel

Asant / Stinkasant als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Bei den klassischen Völkern waren zwei verschiedene Arten von Asant bekannt: Eine gut riechende und eine schlecht riechende Art. Die Asantart mit feinem Duft wurde von den Griechen „Sylphion“ und von den Römern „Laserpitium“ genannt. Sie ist allerdings schon seit langer Zeit nicht mehr erhältlich. Stattdessen gibt es nur die eher schlecht riechende Sorte, die als Teufelsdreck bekannt ist. Beim Verbrennen verströmt das Stinkasant-Harz, wie schon der Name besagt, keinen angenehmen Duft. Der Geruch ist stechend und erinnert an verbrannten Koblauch und Zwiebeln.

  • Wirkung

  • Der Rauch des Harzes wirkt aphrodisierend und beruhigend auf den menschlichen Geist.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen wird Asant häufig mit Baldrian, Bockshornklee, Kalmus oder Weihrauch gemischt.

  • Traditionelle Verwendung

  • Als Räuchermittel wurde Stinkasant auch häufig bei Exorzismen eingesetzt: So verwenden die tibetischen Bön-Schamanen Asant als Räucherwerk bei ihren exorzistischen Heilzeremonien. Dabei wurde es zum Vertreiben von Dämonen und Geistern oft in einer Räuchermischung zusammen mit Baldrian, Kalmus und Weihrauch verräuchert. Dabei gilt es gemeinhin als bestes Räuchermittel für diesen Zweck und wird auch für diverse andere Reinigungsrituale (Vertreiben negativer Energien) und Schutzzeremonien genutzt.

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Anwendung als Heilmittel

Bereits im Altertum wurde Asant viel als Heilmittel und Gewürz genutzt und findet sich unter dem Namen „Hingu“ mehrfach Erwähnung in den Sanskritschriften. Besonders zur Heilung von hysterischen Menschen fand Stinkasant in der Volksmedizin Verwendung.

In Griechenland verfügte das kyreneische Sylphion (gilt als verlorenes Wundermittel der Antike) was vermutlich identisch mit Stinkasant war, über eine wichtige medizinische Bedeutung. Schon Plinius nennt die Pflanze als äußerst selten. Dabei wurden nicht nur der Saft, sondern auch die anderen Teile der Pflanze vielseitig verwendet: u. a. bei Brustfellentzündung, Gelbsucht, Heiserkeit, Krämpfen, Magenkrankheiten, Wassersucht oder Zahnschmerzen.

In der frühen Neuzeit empfahl der Arzt und Gelehrte Paracelsus Stinkasant als Räuchermittel in Pesthäusern einzusetzen.

Neben seiner Verbreitung als Nerven- und Beruhigungsmittel (bei Ängsten, Panik und Nervosität) gilt Asant traditionell als Aphrodisiakum, weshalb es auch in den vergangenen Jahrhunderten in der Liebesmagie eingesetzt wurde.

In der Medizin wurde Asant als Rohdroge, ätherisches Öl, Alkoholauszug und als Räuchermittel für unterschiedliche Beschwerden genutzt:

  • Angst- und Nervenstörungen
  • bei Krämpfen und Koliken (Galle, Leber und Magen)
  • Impotenz
  • fehlender sexueller Antrieb

In Tibet wird Asa foetida auch als Heilmittel für Geisteskrankheiten eingesetzt und findet häufig als Räucherstoff in Räucherpulvern Verwendung.

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Verwendung von Asant als Gewürz

  • Schon die Araber und Perser nutzen Asant als Gewürz. So berichtet der Perser Ali Istakhri aus Istakir (10. Jhrdt. n. Chr.), dass die Pflanze oft in der Wüste zwischen Sistan und Makran gefunden und vom Volk als Gewürz verwendet wurde.
  • Auch heute noch wird Asant häufig als Gewürz benutzt und findet sich u. a. als Zutat in der Worcestershiresauce. Besonders die indischen Brahmanen schätzen den Genuss von Asant, da ihnen das Essen von Knoblauch und Zwiebeln verboten ist.
  • In den Heimtländern der Pflanze wird diese auch aufgrund ihrer magenberuhigenden und Blähungen mildernden Wirkung oftmals Bohnengerichten beigegeben.

 

Übersicht der Räucherharze

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 170f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 128.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 270.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 78.
  • Martinetz Dieter / Lohs, Karlheinz / Janzen, Jörg: Weihrauch und Myrrhe. Kostbarkeiten der Vergangenheit im Licht der Gegenwart; Berlin 1989, S. 33.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 41f.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 57.