Zimt (cinnamomum) – Cassia & Ceylonzimt

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Was ist Zimt?

Zimt (Cassia-Rinde) zum Räuchern

Als Zimt-Bäume wird die Gattung Cinnamomum (umfasst ca. 350 Arten) bezeichnet, die zur Familie der Lorbeergewächse (lauraceae) gehört und in den tropischen Regionen Asiens gedeiht. Diese immergrünen Bäume werden seit Jahrtausenden für die Gewinnung des Gewürzes Zimt kultiviert. Als Zimt wird dabei die abgeschälte und getrocknete Rinde dünner Zweige der Zimtbäume bezeichnet.

Welche Zimt-Arten gibt es?

Zur Zimtgewinnung werden in der Regel die folgenden beiden Sorten kultiviert, wobei insgesamt ca. 350 verschiedene Arten der Gattung Cinnamomum weltweit existieren:

  • Cassia-Zimt

Bei Cassia (cinnamomum cassia), auch Kassia, Zimtkassie oder chinesischer Zimt genannt, handelt es sich um die verbreitetste Zimtart, die als Gewürz im Handel am häufigsten vorkommt. Der chinesische Zimtbaum wird nur bis zu 3 m hoch und wächst in den subtropischen Zonen Südchinas, aber auch in Burma, Laos und Japan. Er gehört zu den ältesten in China kultivierten Nutzpflanzen. Kassia war in Europa viel früher bekannt als der echte Zimt.

  • Ceylonzimt

Der Ceylon-Zimt (cinnamomum verum, c. zeylanicum), auch Echter Zimt, Kaneel, Canehl genannt, kann bis zu etwa 20 m hoch wachsen und wird heute an allen Küsten Indiens angebaut. Der echte Zimtbaum ist ursprünglich in Ceylon, dem heutigen Sri Lanka, beheimatet. Er gilt als die bessere Qualität im Vergleich zum Kassia-Zimt.

In Indien wächst zudem auch der Talamazimtbaum, dessen Rindenstücke genau so aussehen und riechen wie der chinesische Cassia-Zimt.

Wie wird Zimt gewonnen?

Zimt als Gewürz-Pulver

Zur Zimtgewinnung werden von den in Kulturen angebauten Zimtbäumen nach 1-2 Jahren die bis zwei Meter langen Schösslinge abgeschnitten. Ihnen wird die Rinden abgezogen und gebündelt unter Matten 1-2 Tage fermentiert. Anschließend werden die äußere und innere Rindenschicht entfernt und die verbleibende, gereinigte Rinde in der Sonne getrocknet. Dabei entsteht die charakteristische Form. Mehrere dieser Stücke werden ineinander geschoben und bilden nun die Zimtstange. Die beste Qualität sieht hell aus und je dünner die Rindenstücke, desto feiner ist der Geschmack. Außer in Indien wird Zimt heute auch auf Java, in Brasilien, auf Jamaika und Martinique, sowie in Ghana angebaut. Bis in die sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts war Vietnam das wichtigste Anbaugebiet für Cassia-Zimt, aber durch den Vietnamkrieg wurde dann der Anbau in Sumatra verstärkt aufgenommen.

Kulturelle Bedeutung

Bereits im Altertum gehörte der Zimt zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Gewürzen. Ebenso bekannt und bedeutend war in der Antike seine medizinische Anwendung. Cassia und Zimt waren Bestandteile des heiligen Salböls (Ex 30,22-25). Zudem wird Cassia als duftender Bestandteil eines Salböls in Psalm 45,8-9 und Zimt in 5 weiteren Bibelstellen erwähnt (siehe Räucherwerk der Bibel). Es gibt auch Hieroglyphen-Texte, in denen Zimt als Bestandteil des altägyptischen Räucherwerks „Kyphi“ und der berühmten Metopium-Salbe erwähnt wird. Über Arabien gelangte Kassiarinde bereits vor über 4.000 Jahren nach Ägypten und Griechenland. Sie wurde in erster Linie als liturgisches Räuchermittel, aber auch zur Einbalsamierung der Mumien verwendet. Durch Hildegard von Bingen ist Zimt als Heilmittel bereits vor 800 Jahren in Europa bekannt geworden: „Der Zimt hat sehr starke Kräfte; und er mindert die üblen Säfte und bereitet gute Säfte im Menschen.“ Sie beschreibt auch seine wärmende Kraft und nennt Rezepturen für seine Anwendung z.B. ein Mittel gegen vorzeitiges Altern und die „Nervenkekse“. So richtig bekannt wurde der Zimt als Gewürz in Europa aber erst, als Vasco da Gama ihn mit dem Schiff im Jahre 1502 aus Ceylon mitbrachte.

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Zimt räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Zimt als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern der Rohdroge verhält es sich umgekehrt wie bei den ätherischen Ölen. Hier ergibt die Cassiarinde einen besseren Duft wie die Zimtrinde. Die nach Zimt, aber viel süßer und orientalischer duftende Cassiarinde kann leicht entzündet werden und glimmt eine Zeit lang vor sich hin. Dadurch wird der gewünschte Duft frei und verteilt sich schnell im ganzen Raum und taucht ihn in eine exotische , aber urgemütliche Atmosphäre. In Räucherwerk, das stark nach Zimt duftet, ist meist eine große Portion Cassia enthalten. Aber auch die getrockneten Cassiablüten ergeben diesen warmsüßen, würzigen Duft und lassen sich gut als Einzelräucherung auf Räucherkohle oder Räucherstövchen verwenden. Der Rauch der Zimtrinde ergibt ebenfalls einen zimtigen Geruch, der aber weniger süß ist als der von Cassia.

  • Wirkung

  • In der ayurvedischen Heilkunde wird Zimt mit Kardamom und Lorbeerblättern gemischt. Der Duft des Zimtes gilt als heilsam, besonders bei allen Erkrankungen der Atemwege.

  • Räuchermischungen

  • Zimt verbindet sich gut mit dem Duft von Copal, Guajak, Labdanum, Opoponax, Sandelholz, aber auch von Kalmus und Myrrhe. Solche Rezepturen haben eine typisch orientalische Duftnote.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits die alten Ägypter verwendeten Cassia-Blüten und die Zimtrinde seit etwa 4000 v. Chr. zum Einbalsamieren ihrer Toten und als Zutat in ihren Räuchermischungen.

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Anwendung von Cassia-Rinde als Heilmittel

Der berühmte Militärarzt Dioskurides (Leibarzt des Kaiser Nero) berichtete über die vielseitige medizinische Verwendung von Cassiarinde in der antiken Zeit. „Sie hat erwärmende harntreibende, austrocknende und gelindadstringierende Kraft. Sie eignet sich sehr zu Augenmitteln für Scharfsichtigkeit und zu Umschlägen. Mit Honig eingesalbt, entfernt sie die Leberflecken, innerlich eingenommen befördert sie auch die Menstruation und hilft den von der Otter Gebissenen, getrunken ferner hilft sie gegen alle inneren Entzündungen und endlich den Frauen im Sitzbad und in der Räucherung zur Erweiterung des Muttermundes. Endlich ist sie zu Vielem nützlich.“ Die Ayurveda-Medizin beschreibt die Heilwirkung des Zimtes: Zimt kräftigt und harmonisiert den Kreislauf und die Durchblutung. Er ist ein wärmendes Gewürz, das Pitta anregt und Kapha mindert. Bei Erkältungen und Grippeerkrankungen wirkt er auswurffördernd, entzündungshemmend und ist besonders geeignet für Kinder. Zimt lindert Zahnschmerzen und löst verspannte Muskulatur, wärmt die Nieren und stärkt das Verdauungsfeuer. In den letzten Jahren wurde durch amerikanische Forscher eine blutzuckersenkende Wirkung durch Zimt entdeckt. Bereits eine Zimtstange im Tee kann die Insulinwerte von Diabetikern deutlich verbessern. Sie empfahlen in der Fachzeitschrift „Diabetes Care“ den Diabetikern ihr Essen täglich mit 6 Gramm gemahlenen Zimt zu verfeinern und zu ergänzen.

Verwendung in der Aromatherapie

Zimtöl ist eines der stärksten antiseptisch wirkenden Öle und regt die Durchblutung stark an. Daher eignet es sich für Kältezustände und für Herz- und Kreislaufschwäche. Es regt den Stoffwechsel an, hilft bei Krätze und Läuse als Zusatz in Shampoos. Psychisch wirkt Zimt positiv bei Anspannung , Angst und Einsamkeit. Zimt- und Cassiaöl haben nahezu die gleiche Wirkung. Cassiaöl aus China duftet etwas süßer und schärfer als Ceylon-Zimtöl. Beide Öle eignen sich gut für Mund- und Zahnfleischprobleme wie Zahnfleischschwund und Zahnfleischbluten. In der Parfümerie wird dem feineren Zimtrindenöl gegenüber dem Cassiaöl der Vorzug gegeben. Sowohl das Zimt- als auch das Cassiaöl sind sehr hautreizend und können wegen ihres hohen Zimtaldehydgehaltes zwischen 70 und 90% auch allergisierend wirken. Deshalb stehen die beiden Öle bei vielen Aromatherapeuten auf der Negativliste. Bei geschickter Handhabung durch Kombination mit anderen ätherischen Ölen wie z. B. Myrrhen- und Kalmusöl, lässt sich das Allergie- und Reizpotential auf ein Minimum reduzieren, so dass man auf diese so wertvollen Öle nicht ganz verzichten muss. Schwangere müssen die kosmetische Anwendung von Zimtölen auf jeden Fall meiden!

Verbreitung als Gewürz

Zimt zählt zu den ältesten Gewürzen und findet Erwähnung chinesischen Schriften, die bereits 2.700 v. Chr. alt sind. Als Gewürz dient dabei die getrocknete und pulverisierte Rinde des Zimtbaumes. Auf dem Gewürzmarkt wird zwischen dem Ceylon-Zimt und dem etwas schärferen Cassia-Zimt unterschieden.

In der westlichen Kultur wird Zimt heutzutage besonders zur Aromatisierung von Gebäck, süßen Speisen (z. B. Milchreis), Kaugummi, Heißgetränken (Tee) und Spirituosen (Glühwein) eingesetzt. Dahingegen kennt ihn die indische und orientalische Küche auch als Würzmittel für Fleischgerichte.

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Übersicht der räucherbaren Hölzer, Wurzeln & Rinden

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 169, 180, 182, 228, 263f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 164f.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 280f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 172.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 187f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 79-82.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 77.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 202.