Zeder (Zedernholz)

Was ist Zedernholz?

Die Zedern (cedrus) sind eine eigene Pflanzengattung, die zur Familie der Kieferngewächse (pinaceae) gehören. Zedern zählen außerdem zu den immergrünen Nadelbäumen und können bis zu 40 Meter groß werden. Die Bäume gedeihen vornehmlich in kargen Regionen. Zudem benötigen sie viel Sonnenlicht, um gut wachsen zu können.

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Der Name „Zeder“ hat seinen Ursprung im griechischen Wort „kedron“, womit eine Vielzahl von Bäumen betitelt wurden, die über ein duftendes Holz verfügten. Eine andere Theorie verortet die Herkunft des Namens im alten Ägypten, wo es „seufzen“ bedeutet haben soll.

Kulturelle Bedeutung

Zeder (Libanonzeder)

Die Zeder gehört zu ganz früh genutzten kulturellen Pflanzen. Bereits im alten Ägypten wurde Zedernholz zum Bau von u.a. Ältären, Gebäuden, Schiffen oder Thronen genutzt, wobei das Holz traditionell als Symbol für Stärke und Würde gesehen wurde. In Mesopotamien wurde die Zeder als heiliger Baum für die magische und rituelle Reinigung verehrt und war Ea bzw. Enki, dem Gott des Gewässers, geweiht. Die Römer verehrten die Zeder ebenfalls als heiligen Baum, der dem Gott Jupiter geweiht war. In der Bibel wird die Zeder mehr als siebzigmal erwähnt (z.B. in 2. Chr 2,3-8; Jes 41,19 oder 2. Kön 19,23). Besonders in Verbindung mit dem Libanon, der für seine stolzen Zedernwälder im gesamten Mittelmeerraum berühmt war, wird der Baum hier genannt.

Schon im Altertum findet sich im Zusammenhang mit dem Zedernbaum auch der erste Beleg einer Umweltsünde an der Natur. So hat der Prophet Hesekiel im Alten Testament in dramatischer Weise vor dem Raubbau an den Zedernbäumen und seinen Folgen gewarnt. In Jerusalem bestand der erste und zweite Tempel zu biblischer Zeit aus Zedernholz.

Verschiedene Arten der Zeder

Es gibt folgende bekannte Zedernarten:

Zeder (Zedernholz) als Räucherwerk

  • Atlaszeder (cedrus atlantica): Die Atlaszeder wächst vor allem in Algerien (Atlas-Gebirge) und in Marokko in einer Höhe von 1000 und 2000 Metern.
  • Libanonzeder (cedrus libani): Diese Zederart gedeiht besonders im Mittelmeerraum (türkischen Mittelmeerküste, Libanon) und kann bis zu 2500 Jahre alt werden. Weil der Bestand der Bäume im Gebirge des Libanon nur noch ca. 400 Stück groß ist und sie deshalb unter Naturschutz steht, findet sich das Holz dieses Baumes nicht mehr im Handel. Stattdessen wird unter dem gleichen Namen zumeist das Holz von Zypressengewächse (cupressaceae) verkauft.
  • Himalayazeder (cedrus deodora): Die Himalaya-Zeder ist eine seltene Zedernart und gedeiht vornehmlich in der Himalaya-Region (Hindukusch Ostafghanistans, Pakistan Nordwesten Indiens) in Höhen von bis zu 3.000 Metern. Das Harz der Himalaya Zeder wird Gokul genannt. Der alte ayurvedische Name dieser Zederart ist Devadaru und lässt sich mit „göttlicher Baum“ übersetzen. Der Rauch von Devadaru, so heißt es, sei bei den den Göttern sehr beliebt. Beim Verbrennen verströmt das Harz einen angenehmen waldig-liebliche Duft, der eine ausgleichende Wirkung auf den menschlichen Geist ausübt. Dem Volksglauben nach, wird die Himalayazeder von den Göttern besonders geliebt und soll hervorragend schlechte Energien und diverse Plagegeister (inkl. Insekten) vertreiben.
  • Mexikanische Zeder (cedrella americana, cedrella odorata): Diese Zedernart gedeiht vornehmlich in Mittelamerika und galt den indigenen Kulturen (Azteken, Mayas) als Holzlieferant für die Herstellung ihrer Götterfiguren.
  • Zypernzeder (cedrus previfolia): Diese Art wächst auf der Mittelmeerinsel Zypern im Troodos-Gebirge sowie in der Gebirgsregion von Pophos und Tripylos in einer Höhe von ca. 1350 Metern.

Eine Vielzahl des im Handel verkauften Zedernholzes stammt von der nordamerikanischen Zeder (juniperus virgiana), die botanisch gesehen allerdings eine Wachholderart ist und zu den Zypressengewächsen zählt.

Zedernholz räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Zeder (Zweige) als Räuchermittel

  • Räucherduft

  • Zeder gibt einen warmen, holzig-balsamischen Duft ab. Es empfiehlt sich das Zedernholz in pulverisierter Form zu verräuchern, da es über einen feineren und milderen Rauch verfügt.

  • Wirkung

  • Der Zedernrauch hat eine stärkende, harmonisierende sowie aufbauende Wirkung auf den menschlichen Geist und sorgt auf diese Weise für neue Zuversicht und innere Stärke.

  • Räuchermischungen

  • Zedernholz lässt sich in Räuchermischungen hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Benzoe, Bertram (Wurzel), Boldo, Eukalyptus, Lavendel, Patchouli, Rose, Sandelholz oder Wacholder verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die erste Erwähnung von Zedernholz als Räuchermittel findet sich bereits im berühmten Gilgamesch-Epos, wo es als Dank an die Götter verbrannt wurde. Ebenfalls wird die Zeder an etlichen Stellen in der Bibel erwähnt (siehe Räucherstoffe der Bibel). In vielen Kulturen benutzt man das getrocknete Holz (zumeist in Form von fein geraspelten Holzspänen), Zweigspitzen, Rinde, Nadeln und Harz der Zeder zum Räuchern in religiösen Ritualen und für Reinigungszwecke.

    In den verschiedenen antiken Kulturen (u. a. Griechen und Römer) wurde die Zeder bei der Darbringung von Tieropfern mit verräuchert, um den Gestank des Opferfleisches zu überdecken. Ebenso war Zedernholz Bestandteil vieler ritueller Räuchermischungen für Reinigungs- und Entsühnungszeremonien (z. B. nach dem Liebesakt). Im Altertum diente der Zedernrauch in Ägypten und Mesopotamien auch zur Herbeiführung von klaren Träumen.

    Zedernholz wird heutzutage gerne für das Ausräuchern von Räumen und Gegenständen (werden über den Rauch gehalten) verwendet, da ihm eine reinigende Wirkung nachgesagt wird. Außerdem wirkt das Räuchern der Zeder beruhigend sowie entspannend und unterstützt hervorragend bei Gebet und Meditation. Der Rauch vertreibt schließlich noch störende Insekten.

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Medizinische Anwendung

In der Phytotherapie findet besonders das ätherische Öl der Zeder Anwendung und wird auch bereits seit langer Zeit in der ayurvedischen Medizin als Heilmittel verwendet. Dabei wirkt das ätherische Öl ebenso wie der Rauch als Unterstützung im Heilungsprozess von Atemwegserkrankungen. Übrigens nutzte man im alten Ägypten das Zedernöl auch zur Mumifizierung, indem man es den Toten injizierte.

Weitere Verwendung von Zedernholz

  • Aber nicht nur für Zeremonien wurde die Zeder verwendet, sondern auch für den Bau verschiedenster Gegenstände war das Holz aufgrund seiner Langlebigkeit sehr beliebt: So nutzte man das Holz wegen seiner Robustheit besonders gern im Schiffsbau (bspw. bei den Phöniziern oder in der Republik Venedig). Die alten Ägypter bauten Schränke aus dem Holz der Zeder, um darin ihre wertvollsten Papyri aufzubewahren. In Amerika wurden zudem viele Alltagsgegenstände wie Schuhspanner, Mottenschutzhölzer und Zigarrenkästen aus Zedernholz gefertigt.
  • Ebenfalls wurde auch das Öl der Zeder verwendet. Das Zedernöl war in vergangenen Zeiten sehr beleibt beim Mikroskopieren, wo es aufgrund seines optimalen Brechungsindex (wie Glas bei 1,5) in Lichtmikroskopen als Immersionsöl Anwendung fand. Mittlerweile für diesen Zweck synthetische Öle eingesetzt.
  • Das Zedernholzextrakt soll zudem über eine antibakterielle und pilzhemmende Wirkung verfügen. So konnte die Wirkung des Extrakts bereits bei der Anwendung auf bestimmten Schimmelpilzen von Kiefernholz nachgewiesen werden.

 

Übersicht der Räucherhölzer & Wurzeln

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 75f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 175ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 164.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 279f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 170f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 183-186.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 77ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 76.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 104f.