Walnuss (juglans regia)

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Was sind Walnüsse?

Die Walnuss (juglans regia), auch Baumnuss, Echte Walnuss, Walnussbaum, oder Welschnuss genannt, ist ein sommergrüner Laubbaum aus der Familie der Walnussgewächse (juglandaceae), die 60 verschiedene Arten umfasst und weltweit verbreitet sind. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu 30 Metern und ein Alter von maximal etwa 160 Jahren erreichen.

Kulturelle Bedeutung

Walnuss – Räucherpflanze

Schon seit mehr als 9.000 Jahren dienen Walnüsse dem Menschen als Nahrungsmittel, was archäologische Funde belegen. Plinius berichtet davon, dass die Griechen den Baum im 7. bis 5. Jhrdt. v. Chr. in Europa einführten. In unsere Region gelangte die Walnuss vermutlich dann aber erst durch die Römer. Im Mittelalter wurden Walnussbäume in Europa kultiviert und gelangten durch spanische Missionare auch nach Amerika. Walnüsse gelten traditionell als Symbol der Fruchtbarkeit. So spielten sie besonders in den römischen Hochzeitsbräuchen eine bedeutende Rolle und waren Fro, der Göttin der Liebe und des Erntesegens geweiht. Ebenfalls findet der Walnussbaum in der Bibel Erwähnung (siehe Hohelied 6,11). Im Christentum stand der Kern von Walnüssen zeichenhaft für das süße Fleisch Christi, das zuvor in der Schale von Marias Schoß gewachsen war bzw. die Kirche selbst galt als durch die Nüsse symbolisiert.

Walnuss räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Walnuss als Räucherwerk (Zweig)

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet das getrocknete und zerkleinerte Holz der Walnuss einen rauchigen und scharfen Geruch.

  • Wirkung

  • Walnuss entwickelt beim Verräuchern einen kraftvollen und reinigenden Duft.

  • Räuchermischungen

  • Das Holz eignet sich am besten in Räuchermischungen zusammen mit exotischen Harzen und Hölzern.

Anwendung von Walnuss als Heilmittel

Die unreifen Nüsse und die im Frühsommer geernteten Blätter werden schon seit der Antike in der Volksmedizin aufgrund ihrer antiseptischen, blutreinigenden, tonischen und wurmtreibenden Wirkung u. a. bei Anämie, Diabetes mellitus, Darmparasiten, Durchfall, Frostbeulen, Hautgeschwüren und Wunden eingesetzt. Zudem enthalten sie bis zu 1% Vitamin C, was sie zu den Vitamin-C-reichsten Pflanzenteilen macht.

Die Walnussblätter werden auch in Form von Bädern, Spülungen und Umschlägen zur äußerlichen Anwendung bei Hautproblemen wie Akne, Ekzeme, Scrophulose sowie gegen übermäßige Schweißabsonderung eingesetzt.

Walnüsse verfügen nach aktuellen Erkenntnissen über eine vor Diabetes schützende Wirkung und sollen auch den Zustand der Blutgefäße positiv beeinflussen. Ebenfalls werden sie zur Vorbeugung von Herz-Kreislauferkrankungen und Prostatakrebs empfohlen.

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Weitere Verwendungszwecke

  • Vom Walnussbaum wird auch das kostbare Holzfurnier gewonnen.
  • Die Kerne der Früchte, auch als Walnüsse bezeichnet, können pur oder als Zutat in verschiedensten Speisen (Eis, Kuchen, Krokant, Salat) gegessen werden. Darüberhinaus wird aus den Walnüssen das Walnussöl gewonnen oder die Nüsse werden zu einem Likör oder Nussschnaps verarbeitet.
  • Das Holz der Bäume wird zudem als Edelholz gerne zur Herstellung von hochwertigen Gegenständen, für Möbel, im Innenausbau, Parkett oder Täfelungen verwendet.
  • Die grüne Umhüllung der Nüsse wird für die Herstellung von Färbemitteln (aufgrund des Färbestoffs Juglon) für Holz in Form von Nussbeize oder auch als Gerbmittel eingesetzt.
  • Ebenfalls wird auch die Rinde als Beiz- und Färbemittel sowie in der Weinbrandindustrie als Alterungsmittel oder Zusatz für verschiedene Weinbrand-Typen genutzt.
  • Die gemahlenen Walnussschalen werden schließlich auch als Strahlmittel für Oberflächenbehandlungen benutzt, womit sich eine schonende Reinigung empfindlicher Oberflächen erreichen lässt.

 

Übersicht der räucherbarer Hölzer & Wurzeln

 

Quellen:

  • Kluge, Heidelore: Gesund mit Hildegard von Bingen. Ihre wichtigsten Lehren zu Gesundheit, Küche und Fasten; Rastatt 2005, S. 85.
  • Vogel, Johannes: Pflanzliche Notnahrung. Survivalwissen für Extremsituationen; Stuttgart 2012, S. 203f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 64.