Vetiver (vetivera zizanoides)

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Was ist Vetiver?

Vetiver – Räucherpflanze

Als Vetiver (auch Vetyver oder Mottenwurzel) wird die Wurzel des ausdauernden Vetivergrases (vetivera zizanoides, andropogon muricatus) bezeichnet, das zur Pflanzenfamilie der Süßgräser (poaceae) gehört und bis zu neun Metern hoch werden kann. Das Gras ist in Asien (Indien, Indonesien, Sri Lanka) beheimatet.

Kulturelle Bedeutung

In Indien ist das Gras bereits seit der Veden-Ära (5000 v. Chr.) bekannt und wird seit dieser Zeit kulturell zur Herstellung von Fächern, Matten und anderen Dingen genutzt. So heißt die Pflanze im Sanskrit auch „reshira“ oder „sugandhimula“. Französische Kaufleute entdeckten auf ihren Indienreisen die Pflanze zur Zeit der Mogulen-Herrschaft (16./17. Jhrdt.) und bauten Vetiver als Nutzpflanze in ihren Kolonien in Amerika an.

Vetiver räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Vetiver-Gras als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmt die getrocknete und pulverisierte Vetiver-Wurzel einen warm-würzigen, schwer balsamischen Duft, der über eine erdig-holzige Note verfügt. Auch das Kraut kann geräuchert werden.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Vetiver hat eine beruhigende und erotisierende Wirkung auf den menschlichen Geist. Zudem soll er helfen Anspannungen zu lösen.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt er sich hervorragend zusammen Benzoe, Eichenmoos, Galgant, Jambul, Kalmus, Labdanum, Myrrhe, Opoponax, Orange (Schalen) Sandelholz, Weihrauch, Zyperngras sowie weiteren süsslichen Räucherstoffen verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Indien findet Vetiver schon seit Jahrtausenden als Räucherstoff Verwendung und wird dort auch häufig als Bestandteil von Räucherstäbchen eingesetzt.

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Anwendung als Heilmittel

Vetiver-Gras dient aufgrund seiner aphrodisierenden, schweißtreibenden und verdauungsfördernden Wirkung seit langer Zeit in der traditionellen Medizin Indiens als Heilmittel.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

In Indien wird die duftende Vetivergraswurzel in einer Vielzahl weiterer Bereiche benutzt:

  • wegen seines breit verzweigten Wurzelwerks (fast senkrecht bis zu drei Metern unter der Erde wachsend) wird es in Asien häufig als Erosionsschutz gepflanzt
  • zur traditionellen Herstellung von Handfächern
  • als Duftöl für die Produktion von Parfüm (wegen seines Riechstoffs Vetiverylacetat)
  • das Vetiver-Öl kommt auch in der Aromatherapie und Naturheilkunde zum Einsatz
  • als Auszug in Getränken
  • als Inhaltsstoff in Mottenkugeln
  • das Vetivergras wird auch zur Herstellung von Hängematten und Vorhängen gewebt.
  • das Gras wird auch als Viehfutter genutzt
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Übersicht der Räucherhölzer & Wurzeln

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 230.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 162ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 161.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 163.
  • Morris Edwin T.: Vetiver, ein Geschenk Indiens, In: Dragoco Report 6/1983, S. 158-165.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 175.