Fabiana-Kraut / Pichi-Pichi (fabiana imbricata)

Was ist Fabiana-Kraut (Pichi-Pichi)?

Bei Pichi-Pichi (fabiana imbricata), auch Fabianakraut oder Fabianastrauch bezeichnet, handelt es sich um einen immergrünen Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse. Dieser ist besonders Südamerika (Argentinien, Bolivien, Brasilien, Chile, Patagonien und Peru) beheimatet. Am weitesten verbreitet ist die Sorte Violacea, die an ihren zart violetten Trompetenblüten zu erkennen ist.

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Kulturelle Bedeutung

In ihrer Heimat wird Fabiana, das dem Heidekraut ähnlich ist, traditionell als Heil- und Gewürzpflanze verwendet. Seine getrockneten Zweigspitzen werden im Andenraum als die milde Rauschdroge „Pichi-Pichi“ verwendet.

Pichi-Pichi räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Pichi Pichi (Fabiana-Kraut) – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Verräuchern verströmen die getrockneten und zerkleinerten Zweigspitzen des Fabianastrauchs einen aromatisch-harzigen Duft, mit einer süßherben (zitronig-würzig) Note, die nach Pinien und Tannen riecht. Die Zweige des Fabianastrauchs können bis zu 10% Harze enthalten und stellen deshalb ein hervorragendes Räuchermittel dar.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Fabiana wirkt schon in kleinen Mengen leicht psychoaktiv und hat eine meditative, euphorische sowie leicht berauschende Wirkung auf den menschlichen Geist.

  • Räuchermischungen

  • Das Kraut lässt sich gut zusammen mit Gummi Arabicum verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Indios vom Stamm der Araukaner nutzen das Fabianakraut bei ihren religiösen Ritualen und Festen als Räucherwerk, denn sie schreiben dem Rauch eine schlechte Geister und Krankheiten fernhaltende Wirkung zu. Besonders für den Einsatz in der Schwitzhütte ist Fabiana geeignet.

Anwendung von Fabiana-Kraut als Heilmittel

Die Araukaner, ein Indio-Stamm aus den Anden, verwenden Fabiana als Mittel für die innere Reinigung. Die Pflanze wird gern als Tee getrunken, da sie über eine nierenanregende und entwässernde Wirkung verfügt. Zudem soll der Tee auch bei Schmerzen und Entzündungen im Urogenitalbereich (bei Nieren-, Blasen- und Harnbeschwerden) helfen. Ebenfalls soll das Kraut bei Erkrankungen der Leber sowie bei einer Entzündung der Vorsteherdrüse (Prostatitis) hilfreich sein.

Als Wirkstoffe sind im Kraut u.a. das Alkaloid Fabianin, das Cumarinderivat Scopoletin nachgewiesen.

In der Homöopathie wird aus den Zweigspitzen bzw. der Rinde eine Tinktur hergestellt, die als Mittel zur Behandlung von wiederkehrenden Harnwegs-Infektionen und Nierensteinen angewandt wird.

Weitere Anwendungsgebiete sind Bandscheiben-Schäden, chronische Eiterungen sowie Wirbelsäulen-Leiden.

Sonstige Verwendungsmöglichkeiten

Im Gebiet der Anden dient das Fabianakraut auch als Gewürz.

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Übersicht von Kräutern zum Räuchern
 

  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 74.