Jurema (mimosa tenuiflora)

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Was ist Jurema (Tepezcohuiterinde)?

Jurema (Tepezcohuiterinde) als Räucherwerk

Bei Jurema (mimosa tenuiflora, acacia tenuiflora, mimosa cabrera, mimosa hostilis), auch Tepezcohuiterinde, Tepescohuite oder Skin Tree genannt, ist ein strauchartiger Baum aus der Familie der Mimosenartigen (mimosaceae-fabaceae) und gedeiht in Süd- und Zentralamerika (Brasilien, Guyana, Südmexiko und Venezuela) in Höhen von bis zu 1000 m. Dieser Baum kann eine Wuchshöhe von bis zu 8 Metern erreichen. Der volkstümliche Name der Baummimose „Tepescohuite“ leitet sich vom aztekischen Wort „tepus-cuahuitl“ ab und heißt übersetzt „Metallbaum“, was sich auf die Härte seines Holzes bezieht.

Kulturelle Bedeutung

Die Pflanze war bereits bei Azteken und Mayas in präkolumbianischer Zeit bekannt.

Bei den Indios in den östlichen Amazonasgebieten wurden früher aus der Wurzel die Jurematrünke („Ajuca“ oder „Veueka“ genannt) hergestellt. Diese wurden zur Erlangung von schamanischen Bewußtseinszuständen bzw. Visionen getrunken. Nach dem Trinken des Jurematees bekamen die an der Zeremonie Teilnehmenden Träume und Visionen von der Welt der Geister.

In einigen afrobrasilianischen Ayahuascakulten handelt es sich bei den dort dargestellten Geistern teilweise um Cabocla Jurema (Göttin des Waldes), einer Personifikation der Pflanze Mimosa tenuiflora.

Jurema räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Jurema – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreitet die getrocknete und zerkleinerte Rinde einen aromatischen Duft, der über eine leicht bitter-dunkle Note verfügt.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Jurema hervorragend mit anderen Räucherpflanzen wie u. a. Copal, Jangida, Kalmus, Steppenraute, Traumkraut und Yage verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Die Rinde wird von den Azteken und den Mayas bzw. deren Nachfahren schon seit vielen Jahrhunderten als Räuchermittel genutzt. Dabei wurde die Rinde vorallem für Liebeszauber verräuchert.

Vorsicht! Die Rinde dieses Baumes verfügt über eine psychoaktive Wirkung.

Anwendung der Tepezcohuiterinde als Heilmittel

Die Mayas verwendeten die Rinde als Mittel gegen das Altern der Haut. In der Volksmedizin Mexikos wird die gemahlene Rinde bei Entzündungen, Verbrennungen und zur Behandlung von Wunden eingesetzt. Sie soll zudem gegen Infektionen und bei Pilzbefall recht wirksam sein. In Brasilien wird die pulversierte Rinde als Hausmittel bei Erschöpfung und Schwäche verwendet.

Die moderne Medizin hat eine bakterientötende und analgetische Wirkung der Rinde festgestellt.

Weitere Verwendunsgzwecke

  • In Brasilien werden die zerquetschten Wurzeln von den Frauen der Indios für Liebeszauber auf die Fußsohlen ihrer Männer gestrichen, um diese gefügig zu machen.
  • Aufgrund seiner Härte findet das Holz vielfach beim Bau von Brücken, Möbeln oder Zäunen Verwendung. Ebenso dient es zur Herstellung von Holzkohle.
  • Die Wurzelrinde wird zudem als Ayahuasca-Pendant in Form von Tees (teilweise mit Maracujasaft vermischt) eingenommen oder geraucht.

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Übersicht räucherbarer Hölzer, Rinden und Wurzeln

 

Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 144f.
  • Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung; Aarau (Schweiz) 1999.