Iris (Iriswurzel)

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Iris (Schwertlilie) – Räucherpflanze

Die Iris (iris pallida lam., iris florentina, iris germanica), auch Schwertlilie genannt (aufgrund der schwertähnlichen Blätter), zählt zur Familie der Schwertliliengewächse und wurde ursprünglich von den Kreuzrittern aus dem Orient nach Europa gebracht. In der freien Natur findet sich die Iris nur noch selten. Sie vermehrt sich auf zweifache Weise, durch Samen und auf vegetative Art. Die länglichen, fleischigen Wurzeln der Iris, die sogenannten Rhizome, besitzen im rohen Zustand einen widerlichen Krautgeruch und einen scharfen, bitteren Geschmack. Sie werden zur Gewinnung des Duftstoffes im 3. Jahr aus der Erde genommen. Nach der Ernte werden die Wurzeln vorsichtig geschält und einem 4 bis 6 Jahre währenden Trockenprozess unterzogen. Ganz allmählich entwickelt sich der liebliche Veilchenduft, weshalb das Iris-Rhizom auch Veilchenwurzel genannt wird. Ebenso verliert sich der scharf bittere Geschmack. Der Name „Iris“ bedeutet „Regenbogen“ und steht vermutlich im Zusammenhang mit der Göttin Iris, die als Botin der Götter die Verstorbenen entlang eines Regenbogens in die Unterwelt begleitete und deshalb auf antiken Gräbern angepflanzt wurde.

Iris räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Iriswurzel als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Die Blüten und die Wurzel entfalten in der Räucherung ein sehr feines und mildes Aroma.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Iris unterstützt Sensibilität und Feingefühl, mildert seelische Spannungen und wirkt ganz allgemein harmonisierend. Mit Mastix und Weihrauch hilft der Räucherduft der Iris die Aura zu reinigen und den Fluss der feinstofflichen Energien im Körper anzuregen.

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Verwendung als Heilmittel

Die Verwendung der Iriswurzel als Heilmittel lässt sich bis in die Antike zurückverfolgen. Dioskurides, Militärarzt Kaiser Nero’s, lobte die erwärmenden und reinigenden Kräfte der Wurzel. Theophrast, Hofarzt Kaiser Maximilians, empfiehlt sie ebenso. In der mittelalterlichen Kräuterkunde wird die Wurzel als harntreibendes, schleimlösendes und blutreinigendes Mittel beschrieben. Tabernaemontanus schreibt in seinem 1731 erschienenen Kräuterbuch, dass die Veilchenwurz, wie er die Iris nennt, gut sei bei altem Husten, schwerem Atem, Gallenbeschwerden, Gelbsucht Kopfschmerzen, unsauberen Wunden, Wassersucht und Fisteln. Im Jahre 1767 wurde das ätherische Öl erstmals in einem Kräuterbuch erwähnt. Unsere Großmütter benutzten noch die getrocknete Iriswurzel beim Zahnen der Kleinkinder. Hier machte man sich die schmerzstillende und desinfizierende Wirkung zunutze. In der modernen Schulmedizin wird die Iriswurzel heute nicht mehr verwendet.

Anwendung von Iriswurzel in der Aromatherapie

Das Irisöl und auch die Irisbutter besitzen einen süßen, veilchenartigen, blumigen, aber auch etwas holzigerdigen und warmeinhüllenden Duft, der sich gut mit anderen Blütendüften mischt und diese fixiert. In der Aromatherapie wird das Irisöl heute sehr geschätzt. Leider liegt der Preis von 1 ml Irisöl im dreistelligen Eurobereich, so dass sein Einsatz dadurch eingeschränkt wird. Aufgrund des hohen Preises kann das Öl der Iris nur gezielt für die Seelenheilung – bei besonders starken psychischen Blockaden und Verletzungeneingesetzt werden. Schlafstörungen, bedingt durch Überreizung, Nervosität und Angst, können durch eine Einreibung vor dem Schlafengehen (Herzgegend und Solarplexus) gelindert werden. Irisöl ist ein äußerst wirksames Mittel, um loszulassen. Deshalb wird es heute in der Hospizbewegung als Sterbehilfe eingesetzt.

Verwendung in der Kosmetik

In der Kosmetik genügt schon eine minimale Menge (2 Tropfen Irisöl für 10 g unparfümiertes Öl oder Salbengrundlage), um eine Creme oder Lotion zu einem luxuriösen Pflegemittel zu machen. Der Duft regt unsere schöpferischen Kräfte an und verstärkt Intuition und Liebe. Die Iriswurzel wird gerne in Hautpudern und Trocken-Shampoos verarbeitet. Das äußerst feine Pulver eignet sich gut als Träger von feinen ätherischen Ölen wie Rosen- oder Jasminöl.

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Destillation des Irisöls

Vor der Wasserdampfdestillation wird das Iriswurzelpulver einer Gärung ausgesetzt, um eine bessere Ausbeute an ätherischem Öl zu bekommen. Sie beträgt nur 0,1%. Es scheidet sich beim Destillationsprozess eine weiß-braune Paste, die sogenannte Irisbutter ab, die zu 83 bis 96 % aus der geruchlosen Myristinsäure besteht. Für die weitere Verwendung als Duftstoff ist es zweckmäßig die Myristinsäure durch Ausfrieren abzutrennen bzw. die Irisbutter mit Alk zu extrahieren und die restliche Myristinsäure über Kalk zu binden. Nach Abdestillation des Alkohols wird das sogenannte Rohöl einer Feindestillation unterworfen und man erhält ein dünnflüssiges, gelbliches und wohlriechendes Öl, das schwach rechtsdrehend ist. Aufgrund dieses aufwendigen Herstellungsverfahrens gehört das Irisöl zu den teuersten Essenzen und man ist inzwischen dazu übergegangen, den Irisduftstoff auch durch schonende Kohlendioxid-Extraktion zu gewinnen.
 

Übersicht der räucherbaren Hölzer, Wurzeln & Rinden

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 144.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 247.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 72