Ingwer (zingiber officinalis)

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Was ist Ingwer?

Ingwer – Räucherwerk

Beim Ingwer (zingiber officinalis), auch Gewürzlilie, Ingber, Imber, Immerwurzel oder Ingwerwurzel genannt, handelt es sich um eine mehrjährige krautige Pflanze, die zur der Familie der Ingwergewächse (zingiberaceae) gehört und weltweit in allen tropischen Gegenden angepflanzt wird (z.B. in Australien, China, Indien, Indonesien, Japan, Jamaika, Nigeria, Südamerika und den USA). Seine genaue Herkunft ist nicht geklärt, vermutlich stammt er aus Asien. Er wird hauptsächlich als Küchengewürz (Ingwerwurzelstock) und in der Volksmedizin verwendet. Die Ingwerstaude kann bis zu 1,50 Meter groß werden und wird laut alten chinesischen und indischen Quellen bereits seit 3.000 Jahren in China kultiviert.

Kulturelle Bedeutung

Schon seit der Antike ist die Ingwerknolle besonders in China als Heil- und Gewürzpflanze verbreitet und bereits Konfuzius (5. Jhrdt v. Chr.) soll sie bekannt gewesen sein. In Rom kannte man Ingwer vorallem als Bestandteil von Salben und wurde schon von Kaiser Nero medizinisch benutzt. Die Verwendung der Wurzel in Deutschland ist seit dem 9. Jahrhundert belegt und galt im Mittelalter als beliebte Gewürz- und Heilmittel. In dieser Zeit wurde Ingwer aufgrund seiner verzweigten Knolle auch häufig als falsche Alraune gehandelt.

Ingwer räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Ingwer – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Die getrocknete und zerkleinerte bzw. pulverisierte Wurzel von Ingwer verbreitet einen süß-pikanten bis scharf-würzigen Duft mit ein brenzligen Note, der sich lange in Haus und Wohnung hält.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Ingwer hat eine anregende, ausgleichende und beruhigende Wirkung auf den menschlichen Geist.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Ingwer hervorragend mit anderen Räucherstoffen (besonders mit Harzen) wie u.a. Benzoe, Cassia, Copal, Jasmin, Kaneel, Kardamom, Koriander, Kubebenpfeffer, Mastix, Styrax oder Zimt mischen.

  • Traditionelle Verwendung

  • Besonders im Zen-Buddhismus kommt dem Ingwer ein wichtige Bedeutung als Räuchermittel zu. Aufgrund seiner wärmenden Eigenschaften wird Ingwer in Liebesräucherungen benutzt. Auch wird er in Asien zur Vorbeugung von ansteckenden Krankheiten geräuchert.

Anwendung als Heilmittel

Die medizinische Anwendung von Ingwer kann in China bereits auf 3.000jährige Historie zurückblicken und wird hier in Form von Einreibungen traditionell zur Behandlung von Erkältungen, Gelenk- und Muskelschmerzen, Ischias sowie bei Rheuma verwendet. Die indische Ayurveda-Medizin nutzt Ingwer als Heilmittel bei Kopfschmerzen, Migräne, Müdigkeit, Schwindel etc.

In der Antike bis zur frühen Neuzeit wurde er zudem auch bei Augenleiden sowie als Abführmittel eingesetzt.

Ingwer verfügt u.a. über antibakterielle, antioxidative, blähungshemmende, blutdrucksteigernde, entgiftende, entzündungshemmende, fiebersenkende, krampflösende, schmerzlindernde und verdauungsfördernde (Anregung der Magensaft-, Speichel- & Gallenbildung) Eigenschaften, weshalb er auch bei Appetitlosigkeit, Arthrose, Blähungen, Gastritis, Koliken, Kopfschmerzen, Menstruationsbeschwerden, Übelkeit, Verspannungen und Zahnschmerzen eingesetzt wird. Außerdem stärkt er das Immunsystem und regt durch seine Wärmebildung die Durchblutung und Stoffwechselprozesse an.

Aus der Wurzel wird auch Massageöl hergestellt. Ingweröl wird zudem für Magenbitter benutzt.

Weitere Verwendungszwecke

Die jung und frisch geerntete sowie etwas milder schmeckende Wurzeln (grüner Ingwer) werden besonders in Süd- und Ostasien als Gewürzmittel für Chutneys, Fisch, Geflügel, Lamm, Lebkuchen, Marmelade, Meeresfrüchten, Milchreis, Pfefferkuchen (Gingerbread), Printen, Suppen genutzt. Auch in getrockneter und gemahlener Form wird Ingwer in der Küche genutzt. Leckere Spezialitäten sind außerdem Ingwer-Pflaumen bzw. Ingwer-Nüsse (in Sirup eingelegte Ingwerstücke) sowie kandierter Ingwer und Ingwerkonfitüre. Auch gibt es Ingwer in Form von Getränken wie Tee, Kaffee, Ginger Ale oder Ingwerbier.

Auch in der Kosmetikindurstrie wird Ingwer u.a. als Duftstoff in Parfüms eingesetzt.

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Übersicht der räucherbaren Wurzeln
 
Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 246f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 110.