Fichte (picea)

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Was ist eine Fichte?

Fichte als Räuchermittel

Die Fichte (picea) ist ein Nadelbaum aus der Familie der Kieferngewächse (pinaceae), die je nach Art eine Wuchshöhe von bis zu 60 Metern erreichen kann. In Europa ist lediglich eine Fichtenart verbreitet: die Gewöhnliche Fichte (Rottanne, Picea excelsa). Aufgrund ihrer schuppigen, rotbraunen Rinde wird diese fälschlicherweise auch häufig „Rottanne“ genannt. Fichten lassen sich auf der gesamten nördlichen Erdhalbkugel finden und gedeihen zumeist in reinen Nadel- oder Mischwäldern in Höhen von bis zu 2.000 Metern. Die Herkunft des Namens „Fichte“ liegt vermutlich im althochdeutschen Wort „viehte“ bzw. „fiuhta“, was übersetzt „Nadeln“ heißt.

Historische Bedeutung

Schon bei unseren Vorfahren hatten Fichten, die zu den ältesten Bäumen gehören (gibt es seit über 200 Millionen Jahren), eine große Bedeutung und wurden als heilige Bäume verehrt. Traditionell galt die Fichte als Schutzbaum. Das bekannteste Heiligtum der Germanen war eine riesige Fichte mit dem Namen „Irminssäule“ (Symbol für den Weltenbaum), die Karl der Große im 8. Jahrhundert abholzen ließ. Im alten Griechenland waren die Fichten dem Meeresgott Poseidon geweiht, weil aus dem Holz Schiffsmasten gefertigt wurden. In der Mythologie gilt die Fichte zudem als Wohnstatt von Geistern und Feen.

Fichte / Fichtenharz räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Burgunderharz als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreiten Holz (Späne), Harz sowie die Nadeln einen angenehmen Duft. Während die Fichtennadeln nach Nadelwald und Lagerfeuer riechen, verströmt das hellgelbe Fichtenharz (auch Waldweihrauch, Burgundisches Pechharz oder Burgunderharz genannt) beim Verbrennen einen kräftig-waldigen und desinfizierenden Duft, der über eine erdige Note verfügt.

  • Wirkung

  • Der dichte Rauch von Fichte hat eine aufbauende, belebende, euphorisierende, kräftigende und reinigende Wirkung auf Geist und Körper.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Fichte sehr gut mit anderen Räucherstoffen (besonders mit Harzen) wie u. a. Benzoe, Galbanum, Kiefer, Lavendel, Rosmarin, Tanne oder Zeder verwenden.

  • Traditionelle Verwendung

  • Das Harz fand früher oft Verwendung als kostengünstiger Ersatzstoff für Weihrauch.

    Traditionell wurde es zur Reinigung von Plätzen sowie Orten und in Heilräucherungen gebraucht. Fichtenräucherungen sollen aber auch ein gutes Schutzmittel vor negativen Energien sein.

Anwendung als Heilmittel

Fichte – Räucherpflanze

Ebenso wie die anderen Harze wurde jenes der Fichte auch zu gesundheitlichen Zwecken (u. a. als Schleimlöser, als Aufstrich bei Ausschlägen und Rheuma) genutzt. Zur Verfeinerung wurde das Harz dazu häufig in einen Ameisenhaufen gelegt. Im Mittelalter glaubte man der Geruch von Fichten sei ein Heilmittel von Seuchen. Außerdem wurde der Fichtenrauch bei Atemwegserkrankungen, Hautausschlägen sowie zur Linderung von rheumatischen Schmerzen genutzt. Aus dem Harz werden Salben und Öle gegen Gliederschmerzen, Hexenschuss und Rheuma gemacht.

Aufgrund ihrer durchblutungsfördernden, entspannenden, hustenlösenden und schleimlösenden Eigenschaften wird Fichte oft in Bädern sowie bei Erkältungen eingesetzt.

Die in Honig oder Zucker eingelegten Sprossen der Fichte wurden früher häufig in Form von Fichtenhonig bei Bronchitis, Husten und Erkältungskrankheiten verabreicht.

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Weitere Verwendungszwecke

  • Das Holz der Fichte wird zudem oft als Nutzholz in Bau- und Möbelindustrie eingesetzt.
  • Ebenfalls wird das Fichtenholz zur Papier- und Zellstoffherstellung genutzt.
  • Das Holz wird auch für die Produktion von Holzwerkstoffen wie Sperrholz, Leimholz, Span- und Faserplatten verwendet.
  • Aber auch als Zierbäume für Gärten und Parks werden bestimmte Fichtenarten eingesetzt.
  • Zudem dienen Fichten häufig als Weihnachtsbäume.

 
Übersicht der Räucherhölzer & Wurzeln

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 39f.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 136.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 242.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 97.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 75f.
  • Rätsch, Christian: Weihrauch und Copal. Räucherharze und -hölzer. Ethnobotanik, Rituale und Rezepturen; Baden und München 2004, S. 36ff.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 73.