Eisenhut (aconitum napellus)

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Was ist Eisenhut?

Bei Eisenhut (aconitum napellus), auch Akonit, Blauer Eisenhut, Sturmhut, Wolfswurz oder Mönchs-, Fischer- bzw. Reiterkappe genannt, handelt es sich um eine krautige Pflanze aus der Familie der Hahnenfußgewächse (ranunculaceae). Die Pflanze kann eine Wuchshöhe von bis zu zwei Meter erreichen und ist in Asien sowie Europa beheimatet. In Europa gilt der Eisenhut bis heute als giftigste Pflanze. Eisenhut ist auch eine eigene Pflanzengattung und zählt weltweit bis zu 400 verschiedene Arten.

Kulturelle Bedeutung

Eisenhut gilt seit alten Zeiten als Zauber- und Mysterienpflanze. In der Antike wurde ihm eine Verbindung zur Hexe Medea und der Unterwelt nachgesagt.

Eisenhut räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Blauer Eisenhut – Räucherpflanze

Exkurs: Himalaya-Eisenhut

Der Himalaya-Eisenhut (aconitum ferox), auch als Nepal-Eisenhut bezeichnet, hat seine Heimat entsprechend seines Namens in der Himalaya-Region, wo er in Höhen von bis zu etwa 4.000 Metern vorkommt. Er wird bis zu einem Meter groß und ist etwa fünfmal giftiger als sein europäisches Pendant.

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Anwendung als Heilmittel

Eisenhut als Räucherwerk

Bereits die traditionelle chinesische Medizin (TCM) nutzte verschiedene Eisenhut-Arten zur Behandlung von Erkältungen, Rheuma, Ödemen, Nervenschmerzen oder Ruhr. Auch heute noch ist die Pflanze der Volksmedizin Chinas in Gebrauch, wo sie als Verjüngungsmittel gilt und eine Zutat des bekannten Fünf-Mineralien-Pulvers darstellt.

Dioskurides und Plinius empfahlen Eisenhut hingegen als Gegengift nach Skorpionstichen oder als Zutat von schmerzstillenden Augenmitteln. Auch der berühmte persische Arzt Avicenna erwähnt Eisenhut in seinen medizinischen Schriften. Später, bis etwa des Ende des 19. Jahrhunderts, wurde dann aus den Wurzeln des blauen Eisenhuts ein Mittel gegen Nervenschmerzen hergestellt.

Im Himalajaraum werden unterschiedliche Arten von Eisenhut besonders von den Schamananen als Medizin eingesetzt, u. a. zum Vertreiben von Krankheitsdämonen

In der Ayurveda-Medizin werden die Wurzeln zerstampft und zu einer Paste verarbeitet (hierzu werden diese in Milch oder Urin von Kühen eingelegt), die für die äußerliche Verwendung bei Neuralgien eigesetzt wird.

Ebenfalls wird die Pflanze in der Homöopathie therapeutisch bei entzündlichen Erkrankungen und schmerzhaften Nervenerkrankungen verwendet.

Vorsicht! Die ganze Pflanze ist giftig (besonders die Wurzel) und bereits geringe Dosen können tödliche Vergiftungen hervorrufen. Dabei reicht schon das ungeschützte Berühren oder Pflücken der Pflanze für die Aufnahme des Giftes über die Haut aus. Gleiches gilt für die frische Wurzel. Vergiftungserscheinungen sind neben dem Tod u. a. Taubheit der von mit der Pflanze in Berührung gekommenen Körperstellen, Herzrhythmusstörungen, Kälteempfindlichkeit, Krämpfe, Lähmungen und Übelkeit.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Der Eisenhut ist trotz seiner Giftigkeit eine beliebte Zierpflanze in Gärten.
  • Früher wurde in Indien aus der Wurzel des Blauen Eisenhuts auch Pfleilgift hergestellt, das zur Jagd und im Krieg eingesetzt wurde.
  • Zudem wurden die getrockneten und zerkleinerten Blätter und Wurzeln in Rauchmischungen geraucht.
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Übersicht der Räucherwurzeln

 

Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 32f.
  • Gibbons, Bob / Brough Peter: Der grosse Kosmos-Naturführer Blütenpflanzen; Stuttgart ²1998, S. 52.
  • Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung; Aarau (Schweiz) 1999.