Berberitze (berberis vulgaris)

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Was ist eine Berberitze?

Berberitze als Räucherwerk

Die Berberitze (berberis vulgaris), auch Echte bzw. Gewöhnliche Berberitze, Dreidorn, Essigbeere, Saurach, Sauerdorn, Weinlägelein oder Zizerl genannt, ist ein sommergrüner Strauch aus der Familie der Berberitzengewächse (berberidaceae). Der Strauch ist in Europa (außer Großbritanien und Skandinavien) und Asien (vorallem Kleinasien) beheimatet, wo er vornehmlich in Gebüschen, Hecken und an Waldrändern wächst. Er kann eine Wuchshöhe von bis zu drei Meter erreichen. Ihren deutschen Name hat die Pflanze vom mittellateinischen Wort „berbaris“, das sich vom Arabischen „barbarīs“ ableiten lässt und „Muschelchen“ bedeutet (aufgrund ihrer muschelförmigen Blüten).

Historische Bedeutung

In früherer Zeit wurde die Pflanze auch als Ernteorakel verwendet: Sofern die Früchte über eine lange, schmale Form verfügten, gab es einen langen und milden Winter. Verfügten sie jedoch über eine kurze und dicke Form, dann gab es einen kurzen, aber sehr harten Winter.

Berberitze räuchern – Nutzung als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbereitet die getrocknete und zerkleinerte Wurzel einen erdigen Geruch.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich die Pflanze sehr gut mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Besenginster, Färberdistel, Hamamelis, Huflattich, Königskerze, Kreuzblume oder Vogelknöterich verräuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Zum Räuchern wird traditionell die getrocknete Wurzel der Berberitze verwendet. Die am Karfreitag gesammelten Zweige und Wurzeln galten als Schutzmittel vor Zauberei und wurden aus diesem Grund in Häusern und Ställen aufgehängt und geräuchert.

Anwendung von Berberitze als Heilmittel

Berberitze – Räucherpflanze

Bereits in der Antike war die Berberitze aufgrund ihrer entsäuernden und reinigenden Wirkung als Heilpflanze geschätzt. Dabei findet die Pflanze in der Volksmedizin traditionell bei Fieber, Gelbsucht, Leberfunktionsstörungen, Gallenbeschwerden, Gallensteinen, Mundfäule, Ruhr und als Nierenmittel Verwendung. Früher wurde sie zur Förderung des Stoffwechsels bei Arthrose, Gicht oder Rheuma als Trank eingenommen. Die am Johannistag gepflückten Beeren galten früher zudem als Mittel gegen Tobsucht.

Heutzutage wird die Rinde der Berberitzenwurzel in Form von Tee akuten Bauchspeicheldrüsenentzündungen eingesetzt.

Vorsicht! Berberitze verfügt aufgrund der in ihr enthaltenen Alkaloide (besonders in Blättern und Rinde) über eine schwach giftige Wirkung und kann zu Vergiftungserscheinungen wie Durchfall, Erbrechen, Übelkeit, Nierenreizung oder Nephritis führen.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Die reifen roten Früchte der Berberitze können eingekocht oder zu Marmelade verarbeitet werden, da sie keine Alkaloide enthalten. Ebefalls lassen sich die Früchte trocknen und in Form von Müsli etc. essen. Auch dienen sie im ortientalischen Raum als Gewürz für Fisch, Fleisch und Reis.
  • Zudem wurde die Wurzel wegen ihrer gelben Farbe in früheren Zeiten auch als Färbemittel für Leder, Leinen und Wolle eingesetzt.
  • Aufgrund seiner Härte, wird das Holz für Einlege- und Drechselarbeiten genutzt.
  • Schließlich ist die Berberitze auch als Zierpflanze in Gärten und Parks verbreitet.
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Übersicht der Räucherhölzer & Wurzeln

 

Quellen:

  • Gibbons, Bob / Brough Peter: Der grosse Kosmos-Naturführer Blütenpflanzen; Stuttgart ²1998, S. 62.