Baldrian (valeriana officinalis)

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Was ist Baldrian?

Baldrian – Räucherpflanze

Baldrian (valeriana officinalis) ist eine beliebte Heil- und Räucherpflanze, die zur gleichnamigen Untergattung der Baldriane (valerianoideae) gehört, die ihrerseits zur Familie der Geißblattgewächse (caprifoliaceae) zählt. Zu den Baldrianen gehören zwischen 150 bis 250 verschiedene Pflanzenarten, die in Europa und Asien wachsen (meist auf feuchten Wiesen und Wäldern, an Flußufern, an trockenen Dämmen und auf Schuttplätzen) und bis zu einem Meter groß werden können. Weitere Bezeichnungen für Baldrian sind Elfenkraut, Katzenkraut oder Tollerjahn. Der deutsche Name „Baldrian“ leitet sich sich vom germanischen Gott Baldur ab, den die Germanen als Gott des Lichtes, der Reinheit und der Güte verehrten. Der englische Name für Baldrian heißt „all heal“, was „Allesheiler“ bedeutet. Der botanische Name kommt vom lateinischen Begriff „valere“ und lässt sich mit „kräftig sein“, „sich wohl befinden“ oder „gesund sein“ übersetzen. Anwendung als Heil- und Räuchermittel findet besonders die nach Moschus riechende Baldrianwurzel. Diese enthält Isovaleriansäure, die beim Trocknen freigesetzt wird und für den bekannten Geruch verantwortlich ist. Beliebt ist Baldrian besonders auch als Lockmittel für Katzen.

Baldrian räuchern – Bedeutung als Räucherwerk

Baldrian-Wurzel – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verbreitet die getrocknete und zerkleinerte Wurzel von Baldrian einen stark bitter-herben Duft. Auch die Blätter können geräuchert werden. Ebenfalls lassen sich auch die Blüten verräuchern.

  • Wirkung

  • Der Duft von verbrannten Baldrian hat eine beruhigende, klärende und traumanregende Wirkung auf den menschlichen Geist.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich Baldrian gut mit Boldo (Blätter), Kalmus, Lavendel (Blüten), Patchouli, Rosmarin, Zeder, Zirbe (Holz & Nadeln) und Weihrauch mischen.

  • Traditionelle Verwendung

  • Früher wurde Baldrian als Schutzmittel vor schwarzer Magie sowie als Mittel gegen böse Geister verräuchert. Aber er galt auch als ein Bestandteil der mittelalterlichen Hexen- und Flugsalben.

Anwendung als Heilmittel

Der Baldrian erfreut sich schon seit alter Zeit als beliebtes Heilmittel. Angewendet wurde und wird diese Arzneipflanze in der Volksmedizin in Form von Tees, Tinkturen, Pulver sowie als homöopathisches Mittel u. a. bei folgenden Erkrankungen:

  • Angststörungen
  • Beruhigung der Nerven
  • Darmproblemen
  • Epilepsie
  • Erkältungen
  • Hysterie
  • Krämpfe
  • Menstruationsprobleme
  • Migräne
  • Quetschungen & Schürfungen
  • Rückenschmerzen
  • Schlaflosigkeit
  • Schmerzlinderung

Außerdem galt Baldrian im Mittelalter als Schutzmittel vor Pest und Seuchen sowie als Aphrodisiakum („Zauberwurzel“).

Besonders als als Nerven- und Beruhigungsmittel wird Baldrian heute sehr geschätzt und findet sich deshalb als Tee und in Tabletten im Handel.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

Die Wurzel findet auch in der Kosmetikindustrie, insbesondere zur Herstellung von Parfüm Verwendung.

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Übersicht der Räucherwurzeln

 

Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 214.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 128f.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 70f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 79f.