Angelika / Engelwurz (angelica officinalis)

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Was ist Angelika (Engelwurz)?

Angelika (Engelwurz) – Räucherpflanze

Bei Angelika (angelica archangelica, angelica officinalis), die auch Engelwurz, Erzengelwurz, Dreieinigkeitswurzel, Brustwurz oder Geistwurzel heißt, handelt es sich um eine Pflanzenart aus der Familie der Doldengewächse (umbelliferae). Diese kann eine Höhe von 1,2 bis 3 m erreichen und hat ihren Ursprung in Island, wobei sie heute auf der gesamten nördlichen Halbkugel (im Norden Asiens und Europas) anzutreffen ist.

Kulturelle Bedeutung

Als Heil- und Räucherpflanze wird die Engelwurz in Mitteleuropa erst seit dem 14. Jahrhundert benutzt. Die Engelwurz gehörte zu den wenigen Pflanzen, die von Europa nach Asien gehandelt wurde, weil ihr eine besondere Wirkung nachgesagt wurde. Ihren Namen hat sie vom lateinischen Wort „Angelus“, was übersetzt Engel heißt, da sie laut Legende den Menschen von einem Engel als Heil- und Schutzmittel vor Pest und Zauberei gezeigt wurde. Der heilige Erzengel Raphael habe sie zudem persönlich auf die Erde gebracht. Besonders die dicke Wurzel (Rhizom) findet Verwendung.

Angelika (Engelwurz) räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Angelika-Wurzel – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verbreiten die getrockneten Blätter und Wurzeln der Engelwurz einen herben krautigen Geruch, der schwer ist.

  • Wirkung

  • Der Rauch von Angelika hat eine beruhigende, erdende und immunstärkende Wirkung auf Körper und Geist. Außerdem bewirkt er Klarheit, Konzentration und Wachheit des menschlichen Geistes.

  • Räuchermischungen

  • Am Besten lässt sich Angelika zusammen mit anderen Räucherpflanzen wie u.a. Damiana, Erdrauch, Lavendel, Myrrhe, Salbei, Thymian oder Weihrauch räuchern.

  • Traditionelle Verwendung

  • Als Räuchermittel wurde sie traditionell in Reinigung- und Schutzräucherungen sowie zur Verstärkung spiritueller Kräfte eingesetzt. Besonders im Mittelalter wurde sie zur Abwehr von schwarze Magie, Hexen, Dämonen etc. verräuchert, wobei sie dabei fast ausgerottet wurde.

Anwendung als Heilmittel

Engelwurz als Räucherwerk

Die Engelwurz wird in der Volksmedizin zur Abwehr von Krankheiten bereits seit langer Zeit (z. B. der Pest) eingesetzt. Sie verfügt über antiseptsche, appetitanregende, schleim- und krampflösende Eigenschaften. Ebenso gilt sie aufgrund ihrer Heilwirkung als Allheilmittel bei unterschiedlichen Erkrankungen wie Grippe, Erkältungen und Husten (als Schleimlöser), bei Magen- und Darmproblemen oder Rheuma. Dazu wird sie u. a. in Form von Tees eingesetzt. Zudem finden sich die weißen Blüten sowie das Öl von Samen und Wurzeln häufig als Zutat von Magenlikören, Bitterschnäpsen und Elexieren (z. B. in Klosterlikören wie dem Melissengeist, Chartreuse oder Schwedenkräutern).

Das ätherische Öl (aus den Wurzeln gewonnen) wird zudem als Mittel zur Stärkung der Nerven sowie bei unterschiedlichen Schwächeformen benutzt. Es kann innerlich bei Schlaflosigkeit und äußerlich bei Neuralgien und Rheuma angewendet werden.

Weitere Verwendungszwecke

  • Ebenfalls wird Engelwurz als Backzutat genutzt und findet sich auch zur Armonatisierung von Gin.
  • Die Kosmetikindustrie setzt sie außerdem in Parfüms ein.
  • Schließlich findet sich die Engelwurz auch als Bestandteil von Schnupftabak.

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Übersicht der räucherbaren Hölzer, Rinden & Wurzeln
 
Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 228f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 62ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 127f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 77.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 136f.