Alraune (madragona officinarum)

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Was ist Alraune?

Alraune – Räucherpflanze / Zauberpflanze

Die Alraune (madragona officinarum, atropa Mandragora, mandragora acaulis), die auch als „Königin aller Zauberpflanzen“, und wegen ihrer menschenähnlichen Form als „Menschenwurzel“ bezeichnet wird, gehört zur Familie der Nachtschattengewächse. Synonyme der Pflanze sind zudem Mandragora, Henkerswurzel, Galgenmännlein, Erdmännchen oder Erdweibchen. Die Alraune gedeiht besonders im östlichen Mittelmeergebiet sowie in Nordafrika, im Nahen Osten und ist selbst im Himalayaraum zu finden. Im Namen „Alraune“ ist das nordische Wort „Runi“ enthalten und lässt sich mit „Geheimnis“ bzw. „geheimes Wissen“ übersetzen. Ebenfalls ist eine Verwandtschaft zu dem Begriff „Alruna“ („die alles Wissenden“, „Allweise“ oder „der alle Runen kennt“) festzustellen, nach welchem laut dem römischen Geschichtsschreiber Tacitus die germanischen Seherinnen bezeichnet wurden.

Historische Bedeutung

Bereits in der Antike gehörte die Alraune zu den wichtigsten Pflanzen für Hexenkünste und zählt zu den ältesten Arzneipflanzen. Schon im Papyrus Ebers (Heilschrift der alten Ägypter), in Keilschrifttafeln der Assyrer sowie im Alten Testament (vgl. Gen 30,14-15; Hld 7,14) fand sie Erwähnung. Bei den Griechen war die Pflanze der Göttin Aphrodite geweiht. Ebenso gilt sie auch als Pflanze der Göttin Hekate, die mit Hilfe von Alraunensaft angerufen wurde. Die Ägypter In den ägyptischen Kulten war sie „die Herrin der Trunkenheit“. Traditionell galt die Alraune als Liebesapfel, da sie über eine aphrodisierende Wirkung verfügen soll und als Heilmittel gegen Unfruchtbarkeit eingesetzt wurde.

Alraune räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Alraune-Wurzel als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Verräuchert wird von der Alraune vor allem die Wurzel. Beim Verbrennen verströmt diese aber keinen wohlriechenden Duft.

  • Wirkung

  • Von der Alraune findet vor allem die Wurzel Verwendung. Diese hat eine stark beruhigend bis berauschende (halluzinogene) Wirkung. Zudem soll sie bei Einnahme abführend und schmerstillend wirken.

  • Räuchermischungen

  • Aufgrund ihres unangenehmen Geruchs wird das Rhizom in der Regel Mischungen (z. B. mit Olibanum-Harz) beigegeben wird.

  • Traditionelle Verwendung

  • Das Räuchern der Wurzel wird auch traditionell zum Vertreiben von Geister und zur Divination (Orakel) verwendet. Zudem soll der Rauch von Alrauneblättern bei Husten und das Verbrennen von Wurzelstücken bei Kopfschmerzen helfen. In der Magie der Renaissance-Zeit sowie im modernen Okkultismus galt sie als ein unter dem Einfluss des Mondes stehendes Räucherwerk.

Anwendung als Heilmittel

In der Antike (bei Griechen und Römern) verwendete man Alraunenwurzeln zur Betäubung vor chirurgischen Eingriffen genutzt. Ebenfalls gaben die assyrische Ärzte Alraune als Schmerzmittel zur Einnahme in Pulverform bei Hämorrhoiden, Geburtsschwierigkeiten, Magenbeschwerden und Zahnschmerzen. Auch wurde die Alraune bei Rückenbeschwerden und Fieber angewandt (Rumänien) sowie um nervöse Beschwerden zu behandeln.
Außerdem galt die Alraune einst als universales Heilmittel und fand Anwendung bei Abszessen, bei Augenerkrankungen, Beklemmungen, Depression, Drüsenentzündungen, Gelenkschmerzen, Hysterie, Impotenz, Leberschmerzen, Magenbeschwerden, Melancholie, Schlaflosigkeit, bei Würmern, auf Wunden und Wundrose sowie als Zugsalbe.

In der aktuellen Medizin wird die Alraune heute nicht mehr verwendet. Lediglich die Homöopathie setzt Alraune noch bei folgenden Beschwerden ein: Bauchspeicheldrüsenerkrankungen, Blasenkrampf, Bronchitis, Darm- und Leberkrankheiten, bei psychomotorischen Erregungszuständen, Schlaflosigkeit und Schüttelähmung.
Die Alraune hat eine giftige Wirkung: So kann sie bei hoher Dosierung bis zum Tod durch Atemlähmung führen. Weitere Folgen der Einnahme sind u. a. Brechreiz, Erhöhung des Herzschlags, Erweiterung der Pupillen, Mundtrockenheit und Übelkeit.

Vorsicht! Die Wurzel gilt als sehr giftig. Der Tod tritt schnell durch Atemlähmung ein. Deshalb sei ausdrücklich der Hinweis ausgesprochen. daß Alraune nur verräuchert werden sollte. Mißbrauch oder Überdosierung kann zum Tod führen.

Weitere Verwendung

  • Die Blätter oder die Wurzel der Alraune wurden auch geraucht, was stark enthemmend wirkte .
  • Ebenfalls schnitzte man in früheren Zeiten aus Wurzel Glücksbringer in Form von Figuren, die wie Puppen mit Kleidung versehen wurden. Zudem war die Alraune häufig auch Bestandeil von magischen Ritualen.
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Übersicht der Räucherwurzeln

 

Quellen:

  • Alberts, Andreas / Mullen, Peter: Psychoaktive Pflanzen, Pilze und Tiere; Stuttgart 1999, S. 140.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 35-37.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 188f.