Lavendel (lavandula officinalis)

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Was ist Lavendel?

Lavendel – Räucherpflanze

Der Lavendel (lavandula officinalis, lavandula angustifolia, lavandula vera), auch Echter Lavendel, Schmalblättriger Lavendel, Lafengel, Spike oder Zöpfliblüten genannt, gehört zur Gattung Lavendel (lavandula), die ihrerseits zur Familie der Lippenblütler (Lamiaceae) zählt. Der immergrüne und holzige Lavendel-Strauch kann eine Höhe von ca. einem Meter erreichen. Ihren Ursprung hat die Pflanze im Mittelmeerraum, wird aber mittlerweile weltweit kultiviert. Der Name „Lavendel“ leitet sich vom lateinischen Wort „lavare“ ab, was sich mit „waschen“ übersetzen lässt.

Kulturelle Bedeutung

Bereits seit Jahrhunderten dient der Lavendel als Heil- und Räuchermittel, wobei hierbei besonders die Blüten genutzt werden. Schon in biblischer Zeit wurde das aus den Blüten gewonnene Lavendelöl in Israel zusammen mit anderen Gewürzen und Heilmitteln aus Indien eingeführt. Das berühmteste Anbaugebiet in unserer Zeit ist sicherlich die Provence in Südfrankreich.

Lavendel räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Lavendel (Blüten) – Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Zum Räuchern werden die getrockneten Lavendelblüten sowie das Ätherische Öl verwendet, die je nach Lavendelart einen unterschiedlich ausgeprägten Duft verbreiten:
    Echte Lavendel / Schmalblättriger Lavendel (lavandula officinalis, lavandula angustifolia): angenehm, zart, würzig-krautig, lavendelartig
    Sevilla-Lavendel (lavandula luisieri): kraftvoll, fruchtig, lavendelartig
    Schopf-Lavendel (lavandula stoechas): intensiv, lieblich, lavendelartig
    Berglavendel (lavandula angustifolia ssp. angust.): süßlich, blumig
    Spiklavendel (lavandula spica, lavandula latifolia): frisch, krautig, klar

  • Wirkung

  • Der Rauch von Lavendel wirkt ausgleichend, beruhigend, stärkend und klärend auf Geist und Körper. Darüberhinaus hat der Rauch eine desinfizierende und reinigende Wirkung.

  • Räuchermischungen

  • Lavendel lässt sich pur oder in Räuchermischungen u. a. zusammen mit Kiefer, Labdanum, Nelke, Patchouli, Salbei, Styrax oder Zeder räuchern. Am Besten eignen sich hierzu andere mediterrane Räucherpflanzen.

  • Traditionelle Verwendung

  • In Persien, Griechenland und Rom wurde in früheren Zeiten Lavendel besonders zur Desinfektion von Krankenzimmern verräuchert.

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Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wird Lavendel schon seit vielen Jahrhunderten genutzt: So werden die Lavendelblüten in Form von Aufgüssen, Einreibungen, Tee und Öl aufgrund der beruhigenden, blähungswidrigen sowie gallentreibenden Eigenschaften als Heilmittel bei verschiedensten Erkrankungen bzw. gesundheitlichen Beschwerden verwendet:

Lavendelzweig

  • Angststörungen
  • Einschlafstörungen
  • Erkältungen (Öl)
  • Erschöpfung
  • Gallenbeschwerden
  • Haut- und Nagelpilze (Öl)
  • Kreislaufstörungen
  • Migräne
  • Nervosität
  • Magen-Darm-Probleme
  • rheumatische Beschwerden (Öl)
  • Unruhestörungen

Die moderne Medizin setzt Lavendelöl aufgrund der beruhigenden Wirkung u. a. bei Angststörungen ein. Ebenfalls wird das Öl auch in der Aromatherapie, in Gurgellösungen (aufgrund der antibakteriellen Wirkung) sowie zur äußerlichen Anwendung bei Haut- und Nagelpilzen eingesetzt.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • Besonders als Zierpflanze ist Lavendel in Garten, Balkon oder auf der Terrasse beliebt.
  • Ebenfalls wird er zur Gewinnung von Duftstoffen für Parfüm, Cremes und andere Kosmetika verwendet.
  • Lavendel wird gerne zur Abwehr von Insekten (Motten, Mücken, Bremsen etc.) verwendet. Dazu werden die Blüten in Säckchen (Mottensäckchen, Schlafkissenfüllung) abgefüllt (wird zwischen die Wäsche gelegt) oder das Öl bzw. in alkoholischer Lösung eingelegter Lavendel benutzt.
  • Außerdem lässt er sich auch gut als Gewürz in der Küche nutzen: Die jungen Blätter und Triebe eignen sich zur Verfeinerung von unterschiedlichen Speisen wie u. a. Eintopf, Fisch, Geflügel, Salate, Soßen und Suppen.

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Übersicht von Gräsern und Blumen zum Räuchern
 
Quellen:

  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 253f.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 93.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 100ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 144f.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 128f.
  • Kinkele, Thomas: Räucherstoffe und Räucherrituale. Kraftvolle Rituale mit duftenden Pflanzenbotschaften. Das Handbuch für die Räucherpraxis; Aitrang ²2003, S. 120.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 155.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 205.