Königskerze (verbascum thapsus)

Was ist die Königskerze?

Die Königskerze (verbascum thapsus), auch als Himmelsbrand, Lampenkraut, Unholdenkerze, Wetterkerze oder Wollblume bezeichnet, zählt zur Familie der Braunwurzgewächse (scrophulariaceae). Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu 2 m erreichen und gedeiht in Afrika, Asien sowie in Europa (besonders Süd- und Mitteleuropa) an sonnigen und trockenen Orten.

Kulturelle Bedeutung

Früher war es üblich die Wurzel als Amulett zum Schutz vor Krankheiten bei sich zu tragen. Außerdem ist sie fester Bestandteil der Weihkräuterbuschen, die in einigen Regionen Deutschlands auch heute aufgehangen und mit denen am Dreikönigstag und Hof geräuchert werden. Ebenfalls wurden die Blüten als Schutzmittel bei schweren Unwettern verräuchert, weshalb sie auch Wetterkerze heißt. Die Menschen glaubten, dass die Samen der Königskerze für einen guten Fischfang sorgen, wenn sie am Tag zuvor ins Wasser getreut werden.

Königskerze räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Königskerze als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern lassen sich alle oberirdischen Pflanzenteile nutzen, wobei besonders die getrockneten Blätter und Blüten der Königskerze einen feinen und warmen Duft verströmen, der mit einer Honig-Note versehen ist.

  • Wirkung

  • Der Rauch der Königskerze hat eine aufhellende Wirkung auf das menschliche Gemüt.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich die Königskerze hervorragend mit andere Räucherpflanzen mischen:
    → Blätter: Alraune, Benzoe, Chodat, Kampfer, Pericon, Siam oder Styrax.
    → Blüten: Eibisch, Hundszahngras, Klette, Kornblume, Kreuzblume, Mastix oder Raute.

  • Traditionelle Verwendung

  • Im alten Griechenland wurden die Blüten und Blätter als Schutz vor bösen Geistern und Zauberei verräuchert. Bei den Indianern Nordamerikas ist die Könisgkerze einer der Bestandteile ihrer traditionellen Mischung Kinnick Kinnick, die zur Pfeifenzeremonie geraucht wird.

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Anwendung als Heilmittel

Königskerze – Räucherpflanze

Bereits seit der griechischen Antike erfreut sich die Königskerze in der Volksmedizin einer großen Beliebtheit. Ebenfalls empfiehlt die heilige Hildegard von Bingen als Heilmittel.

So wurden die Blüten häufig bei Atemwegserkrankungen (u.a. Asthma, Bronchitis, Husten) in Form von Tee eingenommen. Zur äußerlichen Anwendung wurden die Blüten in Form von Umschlägen bei Ausschlägen, Hämorrhoiden oder Entzündungen genutzt. Die Blätter waren zudem ein beliebtes Mittel bei gesundheitlichen Beschwerden wie u.a. Augenentzündungen, Ausschlägen, Durchfall, Fieber, Geschwüren, Magenbeschwerden oder Schwermütigkeit.

Weitere Verwendungszwecke

  • In frühere Zeiten diente das Gelb der Königskerzen auch als Färbemittel von Haaren und Stoffen, wobei eine solche Verwendung schon von Dioskurides erwähnt wird.
  • Außerdem wurden die getrockneten und in Streifen geschnittenen Blätter früher auch als Lampendochte verwendet.
  • Ebenfalls wurden die getrockneten Blätter als Zunder sowie die Stängel (in Harz oder Pech getaucht) als Fackeln eingesetzt, weshalb es auch Lampenkraut genannt wurde.
  • Früher wurden die Samen zum Fischfang ins Wasser gestreut (hängt vermutlich mit dem hohen Gehalt von Saponinen zusammen, der betäubend wirkt).
  • Schließlich wurde auch das Öl als Haarwuchsmittel genutzt.

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Übersicht räucherbarer Blätter & Blüten
 
Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 150.
  • Kinkele, Thomas: Heimische Räucherpflanzen. Räucherduft und Ritual im Jahreslauf; Oberstdorf ²2012, S. 122f.
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