Kamille (matricaria chamomilla recutita)

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Was ist Kamille?

Kamille (Kraut) – Räucherwerk

Die Kamille (matricaria chamomilla recutita), auch Echte Kamille, Deutsche Kamille, Carmelina, Kamelblumen, Kornkamille, Krottenkraut, Kühmelle, Magdblum, Mägdeblume oder Mutterkraut genannt, ist eine aromatische und krautige Pflanze aus der Familie der Korbblütler (compositeae). Sie kann eine Wuchshöhe von bis zu einem halben Meter erreichen und gedeiht in Australien, Europa, Nord- und Westasien sowie in Nordamerika zumeist auf frischem, nährstoffreichen Lehm- und Tonboden. Nach der Legende sind Kamillen verzauberte Soldaten. Gemeinhin gilt diese Pflanze als Symbol für die Verbindung von Bescheidenheit und Kraft.

Kulturelle Bedeutung

Bereits im alten Ägypten galt die echte Kamille als heiligste aller Pflanzen. Ebenfalls verwendeten die Ägypter auch die Römische Kamille. In den so genannten „Häusern des Lebens“ (eine Art Krankenhaus), die in der Nähe von Tempeln standen, war die geweihte Kamille Zutat in fast allen Rezepturen. Ebenfalls nutzten die alten Griechen die Kamille und nannten sie aufgrund ihres Geruchs „geriebener Apfel“.

Auch bei Germanen und später bei den Angelsachsen wurde die Kamille als Heil- und Schutzpflanze genutzt, wobei sie zu den neun heiligen Pflanzen zählte. Dazu wurde sie zur Sommersonnenwende in den Sonnenwendfeuern verräuchert, um zukünftige Krankheiten und Unheil abzuwenden. Den Germanen galt sie als Symbol für den Sonnengott Baldur.

Kamille räuchern – Nutzung als Räucherwerk

Kamille (Blüten) – Räucherpflanze

  • Räucherduft

  • Beim Räuchern verströmen die getrockneten Kamillenblüten und das Kraut einen fein-sanften und süßlich-warmen Duft, der mit einer krautigen Note versehen ist. Sowohl die deutsche Kamille als auch die Römische Kamille (chamaemelum nobile) lässt sich zum Räuchern verwenden.

  • Wirkung

  • Der Rauch hat eine ausgleichende, harmonisierende und reinigende Wirkung auf Körper und Geist.

  • Räuchermischungen

  • In Räuchermischungen lässt sich die Pflanze hervorragend mit anderen Räucherstoffen wie u. a. Baldrian, Benzoe, Copal, Damiana, Jamboul, Jasmin, Labdanum, Lavendel, Majoran, Mönchspfeffer, Patchouli, Rose, Sage, Salbei, Schafgarbe oder Tolubalsam einsetzen. Besonders in Verbindung mit Harzen räuchern sich die Blüten und das Kraut sehr gut.

Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wird Kamille schon lange aufgrund ihrer antibakteriellen, beruhigenden, entzündungshemmenden, fiebersenkenden, schweißtreibenden, stärkenden und wundheilenden Eigenschaften als Allheilmittel in Form von Tees, Tinkturen, Säckchen und Umschlägen benutzt.

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Die Kamillenblüten werden äußerlich und innerlich in Form von Bädern, Einreibungen, Spülungen, Tinkturen, Tees und Umschlägen bei Entzündungen aller Art (u. a. Haut- und Schleimhaut, Zahnfleisch), Krämpfen, Magen- und Darmbeschwerden (z. B. Blähungen, Colitis, Enteritis, Gastritis) sowie Menstruationsproblemen eingesetzt. Der beliebte Kamillentee setzt sich aus Blüten, Kraut und Samen zusammen.

Das aus den Blütenköpfen durch Wasserdampfdestillation gewonnene ätherische Öl wird in ähnlicher Weise wie die Kamillenblüten für gesundheitliche Zwecke genutzt. Die Aromatherapie setzt das Kamillenöl außerdem zur Verbesserung des Hautbildes ein.

 

Übersicht räucherbarer Blüten

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Himmlische Düfte. Aromatherapie. Anwendung wohlriechender Pflanzenessenzen und ihre Wirkung auf Körper und Seele; München ⁴1990, S. 94ff.
  • Fuchs, Christine: Räuchern – im Rhythmus des Jahreskreises. Die Kraft der Natur durch achtsam gestaltete Räucherrituale im Jahreslauf erfahren; Stuttgart 2015, S. 141.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 250.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 81.