Henna (lawsonia inermis)

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Was ist Henna?

Henna als Räucherpflanze

Der Hennastrauch (lawsonia inermis bzw. lawsonia alba oder lawsonia spinosa), auch Alkanna genannt, gehört zur Familie der Weiderichgewächse (lythraceae) und kann eine Höhe von bis zu acht Metern erreichen. Er gedeiht vornehmlich in warmen Regionen und wird heute in Nord- und Ostafrika sowie in vielen Gebieten Asiens kultiviert. Bereits im Ägypten und Griechenland der Antike war dieser duftende und laubabwerfende Busch bekannt. Der deutsche Name „Henna“ hat seinen Ursprung in der arabischen Bezeichnung „al-ḥinnāʾ“. Besonders aufgrund des aus den Blättern gewonnenen roten Farbstoffs erlangte Henna Bedeutung.

Historische Bedeutung

Bereits die Ägypter verwendeten Henna für kosmetische Zwecke und hüllten zudem die Mumien in mit Henna gefärbten Tüchern ein. Der Farbstoff war in Ägypten unter dem Namen „puker“ bekannt. Die Griechen nannten den Strauch „κύπρος“ (kypros) und nutzten dessen Blüten zur Herstellung von wohlriechendem Öl. Wie so vieles übernahmen auch die Römer die griechische Bezeichnung für den Hennastrauch und bei Plinius dem Älteren wird er entsprechend mit dem Namen cypros (das Öl unter dem Namen „oleum cyprinum“) erwähnt. Ebenfalls wird der Hennastrauch in der Bibel erwähnt (vgl. Hld 1,14). Die Israeliten bauten Henna zur Gewinnung des Farbstoffs an, den sie aus den getrockneten und zerstoßenen Blätter herstellten.

Henna räuchern – Nutzung als Räucherwerk

  • Räucherduft

  • Beim Verbrennen verströmen die getrockneten Blüten einen angenehm blumigen Duft.

  • Traditionelle Verwendung

  • Bereits in der bekanntesten ägyptischen Räuchermischung, dem Kyphi, waren Hennablüten ein wichtiger Bestandteil. Damals kamen die besten Blüten, die nach Flieder und Teerose riechen, aus Sidon und Zypern.

Das Buch vom Räuchern
Räucherschale Räuchergefäß Taliù aus Holz weiß gold farbend Ø 20 cm, Schale im orientalischen Stil zum Räuchern mit Räucherkohle oder Räucherkegel

Anwendung als Heilmittel

In der Volksmedizin wird Henna schon seit der Antike bei unterschiedlichen Erkrankungen als Heilmittel eingesetzt wie z. B. bei Abszessen, diversen Hauterkrankungen (u. a. Lepra), Pocken, Tumoren und Windpocken. Laut modernen Studien verfügt Henna über eine keimhemmende Wirkung.

Weitere Verwendungsmöglichkeiten

  • In orientalischen Parfüms findet der Hennaduft (Blüten) schon seit Jahrtausenden Verwendung, wobei er sogar Mohammeds Lieblingsduft gewesen sein soll.
  • Im Orient sowie in Indien wird Henna seit langer Zeit zum traditionellen Färben von Händen und Fußsohlen an Feiertagen und bestimmten Festen wie u. a. Beschneidung und Hochzeit verwendet. Dieser Brauch resultiert aus dem Glauben heraus, dass Henna vor dem Bösen Blick und anderer Zauberei schützen soill. Mittlerweile gibt es im Westen den Trend, sich sogenannte Henna-Tattoos auf die Haut malen zu lassen.
  • Die an einem schattigen Ort getrockneten Blätter (Sonnenlicht zerstört den Farbstoff) des Strauches werden von der westlichen Kosmetikindustrie zur Produktion von rotem Haarfärbemittel (Hennapulver) genutzt.
  • Henna wird außerdem zum Färben von Wolle oder Seide benutzt.
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Übersicht räucherbarer Blüten

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 104f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 190.