Räuchern mit Pfarrer Kneipp

Pfarrer Sebastian Kneipp - RäucherwerkDer berühmte Pfarrer Kneipp war ebenfalls ein Freund des Räucherns und in seinen Schriften finden sich einige Empfehlungen dazu. Seine gesamte Lehre stützt sich dabei auf die fünf Säulen Wasser, Ernährung, Bewegung, Heilpflanzen und Lebensordnung. Nach Kneipp ist gegen jede Krankheit ein passendes Kraut gewachsen, was sich natürlich auch in der Verwendung von Räucherpflanzen widerspiegelt. So empfiehlt er bei verschiedenen körperlichen Beschwerden das Räuchern als eine von mehreren Behandlungsmethoden. Von ihm wird berichtet, dass er im Jahr 1852 während einer Cholera-Epedemie herumgegangen sei, um die Häuser auszuräuchern, was ihm den Namen „Cholerakaplan“ eingebracht hat. In alten Filmen wird gezeigt, wie er mit der Räucherpfanne in den Häusern umhergeht, um die Räumlichkeiten zu reinigen.

Portrait: Pfarrer Sebastian Kneipp

Wer war Pfarrer Sebastian Kneipp?

Pfarrer Sebastian Kneipp, der auch als Kräuterpfarrer und Wasserdoktor bekannt war, wurde am 17. Mai 1821 in Stefansried bei Ottobeuren geboren. Er lernte zuerst den Beruf des Webers und besuchte anschließend ab 1844 das Gymnasium in Dillingen, um katholischer Priester zu werden. Kneipp bekam Tuberkulose und versuchte sich selbst zu therapieren, basierend auf einem Buch von Johann Siegmund Hahn (1696-1773), welches die heilende Wirkung des Wasser zum Thema hatte. Mit Hilfe von Tauchbädern in der kalten Donau besiegte er dann tatsächlich diese Krankheit. Nach dem Gymnasium studierte er Theologie in Dillingen und trat seine erste Kaplanstelle im Oktober 1852 in Biberach bei Augsburg an. Aufgrund seiner Selbstheilung und gesammelten Erfahrungen, empfahl er ab jetzt auch anderen die selbst erprobten Wasseranwendungen wie Aufgüsse, Bäder etc., was aber anfangs auf starken Widerstand stieß. Ab dem Jahr 1855 wurde Kneipp dann zum Beichtvater der Dominikanerinnen in Wörishofen und schließlich 1881 zum Pfarrer in Wörishofen berufen. Einige Zeit später ersuchte ihn der Erzabt Maurus Wolter Sebastian Kneipp um gesundheitlichen Rat und ermutigte ihn sein Wissen zu verschriftlichen, was dann in seinem ersten Bestseller „Meine Wasserkur“ (1886) mündete. Ab diesem Zeitpunkt gelangte Kneipp immer mehr Anerkennung, bis hin zu Papst Leo XIII., den er in Rom mit Waschungen behandelte. Weitere Werke waren in dieser Zeit „So sollt ihr leben“ (1889) und „Mein Testament“ (1893). Darüberhinaus hielt er zahlreiche Vorträge und reiste im Land umher. Schließlich wurde im Jahr 1894 der Internationale Verein Kneippscher Ärzte gegründet. Sebastian Kneipp starb am 17. Juni 1897 in Wörishofen. Er gilt als Begründer der heutigen Naturheilverfahren und ist Namensgeber der Kneipp-Medizin, wobei er besonder die Wasserkur mit Wassertreten bekannt machte.

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Räucherwerk nach Pfarrer Kneipp

In seinen Werken erwähnt Pfarrer Kneipp einige Räucherstoffe und beschreibt deren Anwendung. Wir stellen die für ihn wichtigsten an dieser Stelle kurz vor:

Wacholderbeeren als Räucherwerk

Wacholderbeeren als Räucherwerk

  • Heidekraut: Dieses Kraut empfahl Kneipp wegen seiner blutreinigenden Wirkung bei körperlichen Beschwerden wie Gicht und Rheuma. Außerdem sollen Räucherungen mit Heidekraut helfen das Vieh in den Ställen ruhig zu halten, die Milchqualität bei den Kühen zu verbessern und Nahrungsmittel in Vorratskellern länger haltbar zu machen.
  • Huflattich (Tabakskraut): Besonders bei Lungenproblemen soll dieses Kraut helfen und wird vor Sebastian Kneipp schon in vom griechischen Arzt Hippokrates in diesem Kontext erwähnt. Der Rauch wirkt krampflösend bei asthmatischen Anfällen
  • Tanne / Fichte: Aus Tannen- oder Fichtenharz gewonnene Harzkügelchen wirken nach laut dem Kräuterdoktor kräftigend auf die Brust und auf die inneren Gefäße stärkend. Bei Bedarf können dies auch durch „Weihrauchkörner weißer Sorte“ ersetzt werden.
  • Wacholder: Die wichtigste Räucherpflanze für Pfarrer Kneipp ist der Wacholder, dessen Rauch desinfizierend und reinigend bei ansteckenden Krankheiten, Pilzen und diversen Krankheitserregern wirkt. Es wird berichtet, dass er mit Wacholderrauch die Kranken -und Totenzimmer ausgeräuchert hat. Das Räuchern von Wacholderbeeren „führt bei Einatmung der Dämpfe und Berührung des ätherischen Öls mit den Schleimhäuten der Lunge eine Verringerung einer übermäßigen Absonderung, zum Beispiel bei feuchter Bronchitis, herbei“. Außerdem eignet sich das Holz dieser Pflanze hervorragend zum Räuchern von Fleisch und Fisch, aufgrund des enthaltenen würzigen Öles.

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Quellen:

  • Bühring, Ursel: Praxis-Lehrbuch Heilpflanzenkunde: Grundlagen – Anwendung – Therapie; Stuttgart ⁴2014, S. 111.
  • Kneipp, Sebastian: Meine Wasser-Kur, durch mehr als 30 Jahre erprobt und geschrieben zur Heilung und Erhaltung der Gesundheit; Kempten ¹⁷1890, S. 150f.
Räuchern mit Pfarrer Kneipp
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