Tierkreiszeichen-Räucherung

Eine sehr lange Tradition haben Räucherungen zu den einzelnen Tierkreiszeichen, also den verschiedenen Sternenkonstellationen, die im Laufe eines Jahres am Himmel zu sehen sind. Dahinter steht die Auffassung, dass die unterschiedlichen Konstellationen von Sternen auch eine bestimmte Wirkung auf Mensch und Natur ausüben (ähnlich wie die durch die Gravitation von Mond und Sonne hervorgerufenen Gezeiten). Aus diesem Grund verbrennen die Menschen spezielle Räucherstoffe, bei denen sie glauben, dass sie über eine besondere Verbindung zu diesem oder jenem Sternbild verfügen.


Wie sind Sternzeichen bzw. Tierkreiszeichen entstanden?

Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und das Firmament kündet das Werk seiner Hände.“ (Psalm 19,1)

Sternzeichen / Tierkreiszeichen – Räucherung

Seit frühester Zeit beobachteten die Menschen den Himmel und beschrieben den Lauf der Sterne, um die Jahreszeiten zu erkennen (es gab anfangs noch keinen Kalender) oder um sich in der Schifffahrt zu orientieren. Die Menschen sahen in einzelnen Gruppen von Sternen („Fixsternen“) bestimmte Muster und Figuren, denen sie Namen (z.B. Stier, Kleiner Wagen, Großer Bär etc.) gaben. Auf diese Weise entstanden schließlich die Sternbilder. In der Bibel werden die Gestirne (Mond, Sonne, Planeten und Sterne) als von Gott geschaffene „Zeichen für Festzeiten, für Tage und Jahre“ (Gen 1,14) beschrieben, die in ihrer Unzählbarkeit seine Kraft und Würde zeigen (Psalm 147,4: „Er bestimmt die Zahl der Sterne und ruft sie alle mit Namen.“). Ebenfalls weist ein großer Stern den Weg zur Krippe nach Betlehem, wo der Messias Jesus Christus zur Welt gekommen ist. Drei Sternendeuter (wörtlich als „Magier“ übersetzt) aus dem Osten beobachteten laut Überlieferung den Aufgang dieses Sterns, der ihnen die Geburt eines Königs ankündigte, und folgten seinem Lauf, um dem Jesuskind mit Geschenken in Form von Weihrauch, Myrrhe und Gold ihre Aufwartung zu machen.

Bereits im 5. Jahrhundert v. Chr. wurde in Mesopotamien der siderische Tierkreis (orientiert sich an Bahnebene der Erde (Ekliptik)) mit seinen zwölf unterschiedlich langen Sternbildern, wie wir sie heute kennen, entwickelt. Es lassen sich nie alle zwölf Tierkreiszeichen gleichzeitig sehen, weil diese sich in einem Bogen um den Globus legen. Der Tierkreis wird auch als „Zodiak“ bzw. „Zodiakalkreis“ (vom griech. Wort „zodiakós“ → „Tierkreis“) bezeichnet und entspricht dem Lauf der Sonne um die Erde innerhalb eines Jahres (die Sonnenlaufbahn wird in 12 Bereiche eingeteilt). Er beginnt klassisch mit dem Tierkreiszeichen Widder am 21. März (erste Tagundnachtgleiche). Die Ägypter und Griechen übernahmen diesen zwölfteiligen babylonischen Tierkreis und errechneten mit ihm die Jahrhunderte vor Christi Geburt. Aufgrund der griechischen Adaption wurde er bis in unsere heutige Zeit überliefert. Die Tierkreiszeichen sind folgende:

  • Widder (Aries)
  • Stier (Taurus)
  • Zwillinge (Gemini)
  • Krebs (Cancer)
  • Löwe (Leo)
  • Jungfrau (Virgo)
  • Waage (Libra)
  • Skorpion (Scorpius)
  • Schütze (Sagittarius)
  • Steinbock (Capricornus)
  • Wassermann (Aquarius)
  • Fische (Pisces)

Es gibt einen Unterschied zwischen Sternbilder (astronomisch) und Sternzeichen (astrologisch): Während als Sternbilder einzelne Gruppen von Fixsternen bezeichnet werden, handelt es sich bei den Sternzeichen um die 12 Bereiche des Tierkreises. In der Antike stimmten die Sternbilder mit den Sternzeichen bzw. Tierkreisbildern überein. Jedoch haben sich die Sternzeichen im Verlauf der Jahrtausende aufgrund der Präzessionsbewegung der Erde (in ca. 25.800 Jahren bewegt sich die Erdachse einmal um die Senkrechte auf der Bahnebene herum) verschoben, so dass der Frühlingsbeginn (21. März) heute im Sternbild Fische steht und nicht mehr deckungsgleich im Sternbild Widder wie vor etwa 2500 Jahren. Somit wandern die Sternbilder innerhalb von 2000 Jahren um jeweils ein Tierkreiszeichen weiter und erst in etwa 24.000 Jahren werden die Sternbilder wieder mit den Tierkreiszeichen übereinstimmen.

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Haben die Sternzeichen Einfluss auf den Menschen? – Mythos oder Realität?

Seit etlichen Jahrtausenden glauben die Menschen, dass die Stern- bzw. Tierkreiszeichen eine bestimmte Wirkung auf ihre Persönlichkeit haben und besonders die Sternenkonstellation zum Zeitpunkt der Geburt einen entscheidenden Einfluss hinsichtlich der Ausprägung bestimmter Wesensmerkmale spielt. Daraus hat sich eine eigene Lehre gebildet, die gemeinhin als Astrologie (zu deutsch: „Lehre von den Sternen“) bezeichnet wird. Allein in Deutschland glaubt jeder Dritte an den Einfluss der Sterne. In den letzten Jahrzehnten gab es eine Vielzahl von Studien und Untersuchungen zur Frage nach der Verbindung von Sternzeichen und bestimmten Charaktereigenschaften des Menschen. Die Ergebnisse fielen sehr unterschiedlich aus:

Ergebnis der Studien zu den Sternzeichen:

Während einige Untersuchungen zu dem Schluss kamen, dass es keinen signifikanten Zusammenhang zwischen Geburtsmonat, Sternzeichen, Intelligenz sowie Charaktermerkmalen gibt, stellten andere Studien Auffälligkeiten zwischen Geburtszeitpunkt und Persönlichkeit fest. Bei letzteren Studien muss jedoch berücksichtigt werden, dass diese Auffälligkeiten eher gering waren und besonders bei Menschen auftraten, die sich vorher mit Astrologie beschäftigt hatten. Demnach könnten solche Korrelationen auch die natürliche Zufallstrefferquote oder den Placebo-Effekt als Ursache haben.


Biblische Zuordnung der Sternzeichen / Tierkreiszeichen

Führst du heraus Sterne des Tierkreises zu seiner Zeit, lenkst du die Löwin samt ihren Jungen?“ (Hiob 38,32)

Im Christentum wird die Astrologie abgelehnt, weil nach biblischer Auffassung Gott als Schöpfer des gesamten Universums auch das Schicksal des Menschen bestimmt und nicht das Tierkreiszeichen oder eine bestimmte Sternenkonstellation, in der ein Mensch geboren wird. Aus diesem Grund gab es bereits im frühen Christentum Bestrebungen die Tierkreiszeichen in biblisch-christliche Symbole umzudeuten (z.B. Löwe = Auferstehung oder Widder = Lamm Gottes). Im 17. Jahrhundert war es besonders der deutsche Jurist und Astronom Julius Schiller (1581-1627), der sowohl die Sternbilder als auch Sternzeichen durch biblische Figuren und Symbole ersetzt hat. So benannte er u.a. die zwölf Tierkreiszeichen in die Zwölf Apostel wie folgt um:

Zuordnung der Sternzeichen / Sternbilder

  • Widder: Simon Petrus
  • Stier: Apostel Andreas
  • Zwillinge: Jakobus der Ältere
  • Krebs: Apostel Johannes
  • Löwe: Apostel Thomas
  • Jungfrau: Jakobus (Sohn des Alphäus)
  • Waage: Philippus
  • Skorpion: Apostel Bartholomäus
  • Schütze: Evangelist Matthäus
  • Steinbock: Simon Zelotes
  • Wassermann: Judas Thaddäus
  • Fische: Apostel Matthias

Passende Räucherstoffe für eine Sternzeichen-Räucherung

Bereits seit langer Zeit glauben die Menschen, dass bestimmte Räucherstoffe in einer besonderen Beziehung zu den Tierkreiszeichen stehen und werden deshalb von ihnen zu unterschiedlichen Sternzeichen-Räucherungen verwendet. Die folgenden Räucherpflanzen und -stoffe kommen traditionell in Tierkreiszeichen-Räuchermischungen zum Einsatz:

Kalender mit Sternzeichen

Diese Räucherpflanzen bzw. Räucherstoffe lassen sich entweder einzeln oder als Räuchermischung am Besten mit der Holzkohle-Methode verräuchern.


 

Quellen:

  • Becker, Claudia: Die moderne Astrologie hat nichts Magisches, in: DIE WELT, URL: https://www.welt.de/print/wams/vermischtes/article11927215/Die-moderne-Astrologie-hat-nichts-Magisches.html (Stand: 02.01.2011).
  • Der Tierkreis, in: www.satureja.de im Netz, URL:
    http://www.satureja.de/rauchern/raucherpflanzenthemen/tierkreis/tierkreis.html (abgerufen am 20.08.2019)
  • Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift. Die Bibel. Studienausgabe. Psalmen und Neues Testament. Ökumenischer Text, Stuttgart 2016.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 105ff.
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 196ff.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 26.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S. 98.
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