Planeten-Räucherung

Bereits seit der Antike glaubten die Menschen, dass bestimmte Räucherstoffe eine besondere Verbindung zu den Gestirnen haben. Diese kombinierten sie in Räuchermischungen und verbrannten sie zu den unterschiedlichen Planetenkonstellationen.


Traditionelle Zuordnung der Planeten

Planeten-Räucherung

Seit dem Altertum sind neben der Sonne und dem Mond die fünf Planeten Merkur, Venus, Mars, Jupiter und Saturn bekannt. Diese konnten die Menschen schon damals mit bloßem Auge am Nachthimmel erkennen, weil sie heller als die meisten Fixsterne leuchten. Bereits die Babylonier beobachteten die Stern und berechneten die Bahnen der Planeten. Viele der Kulturen in Altertum und Antike identifizierten die Gestirne mit ihren Hauptgöttern. Die heutige Bezeichnung der Planeten geht ebenfalls auf Gottheiten zurück, die aus der römischen Mythologie stammen.

  • Zuordnung bei den Römern

So wurden im antiken Rom die Gestirne mit Göttern identifiziert und zudem auch bestimmten Räucherstoffen zugeordnet (einige Stoffe werden mehrfach verwendet):

  • Jupiter → Benzoe, Lorbeer, Zimt
  • Luna → Mastix, Weihrauch
  • Mars → Aloeholz, Labdanum
  • Merkur → Mastix, Zimt
  • Saturn → Kostus, Styrax
  • Sol → Aloeholz, Safran
  • Venus → Ambra, Safran
  • Zuordnung der Wochentage

Aber nicht nur Räucherstoffe wurden den Planeten zugeordnet, sondern auch die Aufteilung der Woche in sieben Tage. Diese Zuordnung geht auf die Babylonier zurück:

  1. Montag → Mond
  2. Dienstag → Mars
  3. Mittwoch → Merkur
  4. Donnerstag → Jupiter
  5. Freitag → Venus
  6. Samstag → Saturn
  7. Sonntag → Sonne

Die fünf bekannten Planeten waren seit der Antike also Jupiter, Mars, Merkur, Saturn und Venus.

  • 7 Gaben des Heiligen Geistes

In der christlichen Symbolik stehen die Planeten und Sterne für das harmonische Zusammenwirken von Kräften im Dienst Gottes. Nach der hl. Hildegard von Bingen sind wir mit den sieben Gestirnen (Mond, Merkur, Venus, Mars, Jupiter, Saturn und Sonne) im Kosmos ständig über das menschliche Nervensystem mit Gott verbunden. Diese sieben Gestirne werden von Hildegard mit den sieben Gaben des Hl. Geistes in Verbindung gesetzt:

  • Mond: Frömmigkeit (spiritus pietas)
  • Merkur: Stärke (spiritus fortitudinis)
  • Venus: Einsicht (spiritus intellectus)
  • Mars: Weisheit (spiritus sapientie)
  • Jupiter: Rat (spiritus concilii)
  • Saturn: Wissenschaft (spiritus scientia)
  • Sonne: Gottesfurcht (timor domini)

Von den sieben Gestirnen gehen laut Hildegard Strahlen aus, um auf diese Weise die sieben Gaben des Hl. Geistes auf den Menschen zu übertragen, damit er zu guten Taten angetrieben wird und sein Seelenheil erreichen kann.

Räucherschale Speckstein 10,5 cm

  • Analogie-Gedanke in der Neuzeit

In der Neuzeit waren es dann Universalgelehrte wie Paracelsus oder Agrippa von Nettesheim, die den unterschiedlichen Planeten einzelne Räucherstoffe zuordneten. Die Planeten wurden dazu auch in enger Beziehung zu den Tierkreiszeichen gesehen.

Bei dieser Zuordnung der Räucherstoffe stand der Gedanke von der Entsprechung des Mikrokosmos zum Makrokosmos im Hintergrund, der auf den ägyptischen Weisen Hermes Trismegistos zurückgeht („Wie oben, so unten, wie unten, so oben“). Nach dieser Auffassung ist die Erde ein Spiegelbild der himmlischen Kräfte und umgekehrt findet der Himmel sein Gegenstück auf der Erde wieder.


Die Wirkung von Planeten – Mythos oder Realität?

Inwieweit üben die Planeten nun aber tatsächlich einen Einfluss auf die Erde bzw. auf Pflanze, Tier und Mensch aus?

  • Einfluss auf das Klima: Es ist wissenschaftlich belegt, dass die sieben Planeten unseres Sonnensystems (besonders der Jupiter) mit ihrer Gravitation einen Einfluss auf das Klima der Erde ausüben. Sie stören mit ihrer eigenen Gravitation den Verlauf der Erde auf ihrer Umlaufbahn, so dass sich die Erdbahn in periodischen Abständen immer ein wenig vergrößert oder verkleinert, was wiederum die Gezeiten (Tidenwirkung) und das Klima beeinflusst. Der Einfluss der Planeten-Gravitationskräfte auf die Erde ist allerdings nicht sehr stark. Neben den sieben Planeten übt besonders auch der Mond mit seiner Gravitation einen großen Einfluss auf die Gezeiten und das Erdklima aus.
  • Einfluss auf den Menschen: Die Wirkung einer bestimmter Planetenkonstellation bzw. Planetenposition auf das Leben und die Persönlichkeit des Menschen, wie er gerne von Astrologen behauptet wird, ist wissenschaftlich nicht nachweisbar und muss somit eher zu den Mythen gezählt werden. Zudem darf auch nicht die Kraft des Glaubens der Menschen an die Wirkung der Planeten unterschätzt werden (Stichwort: Placebo-Effekt). Ähnlich zu den Planeten verhält es sich mit dem angeblichen Einfluss der Sternzeichen / Tierkreiszeichen auf den Menschen.

Passende Räucherstoffe für eine Planeten-Räuchermischung

Die Menschen glauben seit langer Zeit, dass bestimmte Räucherstoffe eine besondere Beziehung zu den Gestirnen haben und werden deshalb in Planeten-Räucherungen eingesetzt. Bei den folgenden Räucherpflanzen und -stoffen handelt es sich um solche, die traditionell für diesen Zweck verwendet werden:

Diese Räucherpflanzen bzw. Räucherstoffe lassen sich entweder einzeln oder als Räuchermischung am Besten mit der Holzkohle-Methode verräuchern.

Tüte mit 30 g Weihrauch 'Rosen'

 

Quellen:

  • Der kosmische Ort der 7 Planeten, in: St-Hildegard.com URL: https://www.st-hildegard.com/de/kosmo-theologie/7-planeten.html (abgerufen am 20.08.2019)
  • Die Planeten, in: www.satureja.de im Netz, URL:
    http://www.satureja.de/rauchern/raucherpflanzenthemen/planeten/planeten.html (abgerufen am 20.08.2019)
  • Huber, Franz X.J./ Schmidt, Anja: Weihrauch, Styrax, Sandelholz. Das Erlebnisbuch des Räucherwerks; Bern – München – Wien 1999, S. 174f.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 15, 25.
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