Räuchermischung Kyphi

Was ist Kyphi?

Bei „Kyphi“ handelt es sich um eine traditionelle ägyptische Räuchermischung. Unter dem ägyptischen Räucherwerk galt sie als berühmteste Mischung, die aus unterschiedlichen Hölzern, Harzen, Wurzeln, Gewürzen, Rosinen, Wein und Honig bestand. Besonders für abendliche Räucherungen zu Ehren des Sonnengottes Re wurde diese Räuchermischung eingesetzt.

Kyphi gibt es im Handel in verschiedenen Varianten zu kaufen. Online kann diese Räuchermischung mittlweile auch bei AmazonRäuchermischung KyphiWerbung oder in aufs Räuchern bzw. Räucherwerk spezialisierten Shops bestellt werden, die ein umfangreiches Sortiment an Kyphi-RäuchermischungenWerbung anbieten.

Unterschiedliche Rezepturen

Die Mischung hat sich im Laufe der Zeit verändert und es sind verschiedene Rezepturen dieses göttlichen Wohlgeruches überliefert:

  1. Papyrus Ebers: Dieser 19 m lange und 30 cm breite Papyrus ist das größte und besterhaltene Medizinbuch aus dem antiken Ägypten. Das Original befindet sich heute in der Universitätsbibliothek Leipzig. Der Papyrus stammt aus dem 16. Jh. v . Chr. und war im Besitz von König Amenophis. Hier sind für die Mischung „Kyphi“ 9 Ingredienzien ohne Mengenangabe aufgeführt, wobei nicht alle Identifikationen gesichert sind.
  2. Papyrus aus der Cheopspyramide
  3. Tempelrezept der Priesterschaft von Edfu: Im Tempel von Edfu (war dem Gott Horus geweiht) wurde angeblich der beste Kyphi von ganz Ägypten hergestellt. Das dazugehörige Rezept der Priesterschaft von Edfu wurde von dieser im rückseitigen Teil des Tempelraumes an die Wand in Hieroglyphen gemeißelt.
  4. Rezept des Dioskurides (Militärarzt unter Kaiser Nero) – 10 Bestandteile: Nach Dioskurides war Kyphi die den Göttern am genehmsten Räuchermischung, die von den ägyptischen Priestern oft eingesetzt wird. Ebenfalls wurde sie nach dem römischen Arzt auch zu gesundheitlichen Zwecken, u. a. als Bestandteil von Gegengiften sowie als Zutat für Tränke, die bei Asthma helfen sollten beigegeben.
  5. Rezept vom römischen Geschichtsschreiber Plutarch (1. Jhrdt. n. Chr.) – 16 Bestandteile

Wenn man die hier auf geführten Rezepturen miteinander vergleicht, kann man davon ausgehen, dass folgende Zutaten enthalten waren:

Kyphi Pyramide
Kyphi 250g-Beutel

Bedeutung & Herstellung des ägyptischen Räucherwerks

Räucherwerk Kyphi

Das Räucherwerk „Kyphi“ gehört zu den schönsten Räucherdüften und war deshalb im alten Ägypten der Verehrung der höchsten Gottheit, dem Gott Re, vorbehalten. Der französische Parfümeur Eugene Rimmel erwähnt in seinem 1864 in Frankreich erschienenen Buch über die Kulturgeschichte des Parfüms den Sonnenkult der alten Ägypter. Es wurden dem Sonnengott Re täglich drei Räucheropfer dargebracht: Bei Sonnenaufgang räucherte man ein Gummiharz, am Mittag Myrrhe und am Abend zum Sonnenuntergang eine Mischung „Kyphi“ mit 16 Ingredienzien. Hergestellt wurde Kyphi unter der Anleitung von Priestern und ständigem Gebet. Dazu formte man aus den Zutaten kleine Kugeln, die dann in Räucherpfannen verbrannt wurden. Bei wichtigen Anlässen räucherte sogar der Pharao selbst. Kyphi wurde auch in die umliegenden Länder der damaligen antiken Welt exportiert. Zudem waren seine Anwendungsmöglichkeiten in ganz Ägypten bekannt. So wurden sogar Pillen aus Kyphi gefertigt, die zur Parfümierung des weiblichen Geschlechtsteils sowie zur Mundhygiene verwendet wurden.

Von den Kyphi-Bestandteilen besitzen einige, wie Weihrauch, Myrrhe, Mastix und Sandelholz eine spirituelle Wirkung. Eine andere Gruppe, die Gewürze Koriander, Wacholder und Zimt besitzen mehr eine reinigende Wirkung.

Angebot
Räucherschale aus edlem Messing*
Ideal für das Räuchern mit Kohlen – dekorativ und funktional Räuchergefäß – Deckel mit Gitter ist abnehmbar...

Rezept zur Herstellung von Kyphi

Das folgende Rezept ist dem Buch „Das Buch vom Räuchern“ entnommen, das von Susanne Fischer-Rizzi verfasst wurde.

Benötigte Zutaten

Folgende Zutaten benötigst Du, um Kyphi selbst herzustellen:

  • messerspitzenweise Adlerholz (je nach Menge)
  • 1 TL Benzoe Siam
  • ¼ TL Galgant
  • ¼ TL Kalmus
  • ¼ TL Kardamom
  • ¼ TL Koriander
  • 1 TL Lemongras
  • 2 TL Mastix
  • 1 TL Myrrhe
  • ½ TL Rosenblätter (bzw. getrocknete Dufrosenknospen)
  • eßlöffelweise Rotwein (schwer und gehaltvoll)
  • ½ TL Styrax
  • 8 TL Sultaninen (ungeschwefelt)
  • ½ TL Wacholderbeeren (getrocknet)
  • ½ TL Waldhonig (flüssig)
  • 1½ TL Weißes Sandelholz
  • 4 TL Weihrauch (Olibanum Aden oder Olibanum Somalia)
  • 1 TL Zimtrinde oder Zimtblüte (Cassia)

Schritt-für-Schritt-Anleitung

In den folgenden sieben Schritten erfährst Du, wie die Herstellung von Kyphi funktioniert. Und so wird’s gemacht:

  1. Weiche die Sultaninen über Nacht in Rotwein ein.
  2. Am darauffolgenden Morgen musst Du Benzoe, Mastix, Myrrhe und Weihrauch mit dem Mörser zerkleinern. Anschließend gilt es die Gewürze Galgant, Kalmus, Kardamom, Sandelholz, Wacholderbeeren und Zimt einzeln im Mörser zu pulverisieren und danach mit Benzoe, Mastix, Myyrhe und Weihrauch zu vermischen.
  3. Nun zerpflücke die Rosenknospen und schneide das Lemongras in kleine Stücke. Anschließend verknetest Du alles miteinander.
  4. Dann gibst Du etwas 1/2 Teelöffel des pulverisierten Adlerholzes auf eine Tasse der Mischung und vermengst alles miteinander.
  5. Jetzt nimmst Du die eingelegten Sultaninen aus dem Wein und zerkleinerst diese mit Hilfe eines Küchenmixers. In den entstandenen Sultaninenbrei musst Du nun den Honig unterrühren und mit den restlichen Zutaten gut vermischen.
  6. Anschließend formst Du aus dieser Mischung kleine erbsengroße Kügelchen und legst diese zum Trocknen in die Sonne (z.B. auf einer Aluminiumfolie) oder an einen anderen warmen Ort (Fensterbank, Heizung, Ofen etc.), wo sie nun noch mindestens 2 Wochen trocknen müssen.
  7. Sobald die Kyphi-Kügelchen gut durchgetrocknet sind, können sie verräuchert werden.
Angebot
Edles Räucherstövchen aus Messing*
Bestens geeignet fürs Räuchern von Weihrauch – Höhe 13cm, Durchmesser 7,5cm, mit Holzgriff – Handarbeit...

Übersicht der Räuchermischungen

 

Quellen:

  • Fischer-Rizzi, Susanne: Das Buch vom Räuchern; Aarau (Schweiz) 2009, S. 71f., 83.
  • Rätsch, Christian: Räucherstoffe. Der Atem des Drachen; Aarau (Schweiz) 2009, S. 216.
  • Rimmel Eugene: Magie der Düfte. Die klassische Geschichte des Parfüms; Stuttgart 1993, S. 38.
  • Wollner, Fred: Räucherwerk und Rituale. Die vergessene Kunst des Räucherns; Waltenhofen/Hegge 1992, S. 20, 97.
Jetzt bewerten!
(Gesamt: 5 / Durchschnitt: 4.8)