Arabische Räuchermischung (Bakhoor / Bukhoor)

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Was ist Bakhoor?

Eine typische exotische Räuchermischung aus Arabien, wie sie auf den dortigen Basaren bzw. in den Sūqs verkauft wird, nennt sich Bukhoor, Bokhour, Bokhour magmu bzw. Bakhoor (arabisch: بخور), was die arabische Bezeichnung für Räucherwaren wie Duftsteine, Weihrauch ​​oder eben eine Mischung aus natürlichen traditionellen Zutaten ist. Diese Räuchermischung (eine Art Räucherkuchen) besteht zumeist aus Holzspänen (hauptsächlich Oudh-Holz → arabischer Name für Adlerholz), die in duftenden Ölen und anderen natürlichen Zutaten (z. B. diverse Harze (u. a. Benzoe, Kolophonium, Konferenharze), Blumen, Kräuter, Gewürze oder beliebte Duftstoffe wie Ambra, Jasmin, Lavendel, Moschus, Rose und Sandelholz) eingeweicht und vermischt werden. Beigemengt werden zudem diverse Salze und Farbstoffe. Die genauen Bestandteile von Bakhoor gelten jedoch als ein sorgfältig gehütetes Geheimnis und werden von Generation zu Generation weitergegeben. Bakhoor gibt es in verschiedenen Formen: Einerseits als einfache lose Mischung, andererseits aber auch häufig in Form von gepressten Tabletten bzw. Chips oder als Tafel (ähnlich wie Schokolade). Die auf den Basaren des Orients angebotenen Räuchermischungen sind häufig mit Moschuskristallen (macrocyclische Moschuskörper bzw. Großring-Moschuskörper) versetzt, die den Geruch verstärken sollen. Als Billig-Variante von Bukhoor werden in den Souqs häufig farbige Brocken unter dem Namen „jauwi“ angeboten. Ebenfalls wird auch javanisches Benzoe-Harz im arabischen Sprachgebrauch als „jauwi“ bzw. „jawi“ bezeichnet, das ein Bestandteil vieler Bakhoor-Mischungen ist.

Wie ist Bakhoor entstanden?

Arabische Räuchermischung (Bakhoor bzw. Bukhoor) – Herkunft: Salalah (Oman)

Die Entstehung von Bakhoor geht aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Beduinen zurück, die herausfanden, wie sie mittels Adlerholz-Chips den Geruch des Kochens neutralisieren konnte, woraus sich dann im Laufe der Zeit die Räuchermischung in ihrer heutigen Form entwickelt hat. Zudem glaubten viele von ihnen, dass der Duft über eine reinigende und heilende Wirkung verfüge sowie schlechte Geister (Dschinns) und Unglück fernhalte. Besonders beliebt sind die aus Dhofar (Oman) stammenden Bakhoor-Mischungen.

Diese duftende Mischung bzw. Steine wird auf Holzkohle (teilweise auch zusammen mit Weihrauch) verräuchert. Im Oman, im Jemen und in anderen arabischen Ländern wird die Räuchermischung als Bakhoor bezeichnet, wohingegen sie in den Golfstaaten als Bukhoor tituliert wird.

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Herstellung einer arabischen Räuchermischung

Traditionell wird Bakhoor von Hand gefertigt, wobei es zwei verschiedene Verfahren gibt, um eine solche Räuchermischung herzustellen:

  1. Kochmethode: Im Jemen und im Oman wird Bakhoor durch Kochen hergestellt. Dazu wird das Holz mit parfümierten Ölen in einem Topf aus Kupfer auf Feuer gekocht. Grundbestandteil ist Adlerholz oder Sandelholz-Pulver (sind in Form von Chips oder Pulver auf dem Basar erhältlich), die mit duftenden ätherischen Ölen vermischt werden. Sie werden unter ständigem Umrühren solange gekocht, bis sich eine glatte Paste gebildet hat. Daraufhin kocht die Mischung auf kleiner Flamme weiter bis sie dick geworden ist. Anschließend wird der Topf vom Feuer genommen. Wenn der Topf gänzlich abgekühlt ist, kann die erhärtete Mischung aus dem Topf gebröckelt und zu einem groben Pulver zerkleinert werden. Zur Aufbewahrung empfiehlt sich ein luftdichtes Behältnis.
  2. Backverfahren: In anderen arabischen Ländern wird die Räuchermischung (vermischte Hölzer, Harze etc.) ähnlich wie Ton gebacken.

Traditionelle Verwendung von Bakhoor

In den arabischen Ländern werden Räucherwaren wie Bakhoor vielseitig eingesetzt. Hier sind einige der traditonellen Anwendungsmöglichkeiten:

  • Bei Anlässen wie Hochzeiten stellt Bukhoor ein beliebtes Räucherwerk dar.
  • Ebenfalls wird es zum Schaffen einer romantischen Atmophäre in Schlafzimmern gerräuchert.
  • Als Mittel zum Beduften von Haus oder Geschäft (hier besonders zum Parfümieren von Kleidung, um Kunden zu gewinnen) kommt es zum Einsatz. Im Oman tragen Frauen Bakhoor mit Weihrauchbrennern durch das ganze Haus, damit sich der Duft in Teppichen, Vorhängen und anderen Textilien verbreitet.
  • Auch wird diese Mischung gerräuchert, um positive Energien zu verstärken.
  • Frauen und Männer verwenden Bakhoor als Mittel zur Körperpflege. Sie parfümieren sich damit ihre Haare und Kleidung. Dabei werden häufig  unterschiedliche Düfte je nach Saison, Laune oder gesellschaftlichem Anlass gemischt.
  • In etlichen arabischen Ländern wird Bakhoor traditionell beim Besuch von Gästen im Majlis (arabisch: مجلس → übersetzt: Wohnzimmer) als Geste der Gastfreundschaft verbrannt. Dazu wird das Räuchergefäß in der Runde herumgereicht.
  • Früher fand diese Mischung sogar in der arabischen Volksmedizin Verwendung.
  • Nach dem Essen ist es in vielen arabischen Haushalten üblich Bukhoor zur Neutralisierung von Essensgerüchen zu räuchern. Ebenfalls wird es zum Überdecken von Zigarettenrauch eingesetzt.
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Räuchern von Bukhoor

Einfache Räuchertasse aus dem Oman, auch Mabkhara genannt

Bakhoor wird nach alter Sitte auf einem speziellen Weihrauchbrenner, der Mabkhara (arabisch:
مبخر oder مبخرة), Mubkhara, Mubkara oder Majmor heißt, verbrannt. Diese Räuchergefäße sind traditionell aus Ton oder einem weichen Gestein gearbeitet, wobei sich heutzutage auch viele Exemplare aus Metallen (u. a. Bronze und Messing) und Edelmetallen (u. a. Gold und Silber) finden lassen. In diesen Gefäßen wird die Räuchermischung dann auf Holzkohle genauso wie Weihrauch verbrannt. Aber auch in den arabischen Ländern halten elektrische Weihrauchbrenner immer mehr Einzug, da sich mit ihnen die Räucherwaren schneller entzünden lassen und ihre Bedienung sicherer ist.

Weitere arabische Mischungen

Neben der Bakhoor-Mischung gibt es noch weitere bekannte Räuchermischungen: So kennt man in den Vereinigten Arabischen Emiraten unter dem Begriff „Dokhoun“ (zu deutsch: „Rauch“) von Frauen hergestellte Räucherwaren, die in Kugel- oder Würfelform verkauft werden. Bestandteile dieser gepressten Mischungen sind in der Regel Zucker, Parfümöle und Sandelholzmehl. Eine beliebte Räuchermischung ist unter dem Namen „Sandalus bekannt und besteht u. a. aus Alaun, Benzoe, Kupfersalz, Paternostererbse, Steppenraute und Zitronensalz.

 

Übersicht der Räuchermischungen

 

Quellen:

  • Bakhoor – The Legendary home fragrance, in: www.bakhoor.info, URL: http://www.bakhoor.info/ (Stand: 02.11.2016).
  • Haas, Renate / Christof, Klaus: Weihrauch: Der Duft des Himmels; Dettelbach 2006, S. 50ff.