Räucherstoffe der Bibel

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Viele Pflanzen mit aromatischen Inhaltsstoffen wurden in der Alten Welt genutzt, um Salben, Parfüme oder Räucherwerk herzustellen. Das Räucherwerk wurde bei kultischen oder medizinischen Handlungen eingesetzt – auch wegen der desinfizierenden Wirkung der Pflanzeninhaltsstoffe. Außerdem wurden damals durch das Räuchern oft auch schlechte Gerüche überdeckt. Die Bedeutung von Duftstoffen in der Antike zeigt sich auch an der Tatsache, dass sogar den römischen Soldaten ein Teil ihres Soldes in Duftstoffen ausgezahlt wurde. Als begehrte Handelsgüter wurden Harze wie Weihrauch und Myrrhe entlang großer Handelsrouten wie der berühmten Weihrauchstraße in die entlegendsten Winkel der damals bekannten Welt transportiert.

Räuchern im Judentum

Die Bücher der Bibel spiegeln den sakralen und profanen Gebrauch von Räucher- und Duftpflanzen des Altertums bzw. der Antike hervorragend wieder:

  • sakrale Verwendung

Jüdischer Räucheraltar fürs Rauchopfer

Ihre sakrale Bedeutung kommt besonders in den Opferhandlungen der Hebräer (Rauchopfer im Tempel) zum Tragen: So wurde im jüdischen Tempel zweimal am Tag Ketoret (jüdische Bezeichnung für Weihrauch) Jahwe zu Ehren verbrannt. Anfangs wurde Weihrauch im jüdischen Tempel-Gottesdienst abgelehnt (stammte ursprünglich aus dem kanaanäischen Räucherkult). Vermutlich wurde er erst im zweiten Tempel (nach 540 v. Chr.) verwendet, der nach dem babylonischen Exil der Israeliten errichtet wurde. In diesem Tempel befand sich dann auch ein Rauchopferaltar vor dem Vorhang des Allerheiligsten, worauf am Morgen und am Abend ein Rauchopfer vollzogen wurde.

  • profaner Gebrauch

Die profane Bedeutung von Räucherpflanzen bei den Juden zeigt sich in ihrer Verwendung zum Beduften von Räumen, Gewändern und Textilien, was aufgrund des Preises solcher Räucherstoffe vorallem der damaligen jüdischen Oberschicht vorbehalten war. So preist schon Psalm 45,9 die nach Aloe, Kassia und Myrrhe duftenden Kleider des König Davids. Wahrscheinlich verwendeten die Hebräer Räucherwerk auch zur Desinfektion der Luft an Krankenlagern sowie zum Vertreiben von Parasiten (Flöhe, Läuse etc.).

► Weitere Informationen rund ums Räuchern im Judentum finden sich in folgendem Beitrag: Räuchertraditionen im Judentum
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Räucherdüfte im alten Testament

Räucherdüfte in der Bibel

Die Bedeutung unterschiedlicher Harze und Hölzer als Duft- und Räucherstoffe lässt sich in den Büchern des Alten Testaments an zahlreichen Stellen festmachen. Dabei werden verschiedene Verwendungszwecke solcher Stoffe aufgrund betont:

  • Wohlgeruch: Die Duftstoffe werden häufig ihres Hauptzweckes wegen erwähnt, so z. B. das Adlerholz oder die Myrrhe aufgrund ihres herausragenden Duftes gepriesen (vgl. Est 2,12; Hld 1,13;3,6; Num 24,6; Ps 45,9; Spr 7,17).
  • Rauchwerk / Opfer: Als Räucherwerk bzw. Rauchopfer zu Ehren Jahwes wurde Weihrauch, Galbanum und andere Harze im Tempel zu Jerusalem zweimal täglich verbrannt (vgl. Ex 30,34; Lev 24,7; Num 16,7; Jer 6,20).
  • Salböl: Zur Salbung der jüdischen Könige und Hohepriester wurde ein spezielles Salböl aus verschiedenen Duftstoffen entwickelt (vgl. Ex 30,34; Lev 2,1.15.16; 5,11; 24,7; Hld 3,6; 4,6.14 ).
  • Handelsgut / Zahlungsmittel: An anderen Stellen finden Duftstoffe wegen ihrer hohen Nachfrage als Luxusgut und teure Handelswaren Erwähnung, so u. a. das Weihrauch-Harz (vgl. Ez 23,41) oder die Kassia-Rinde (vgl. Ez 27,19).
  • Heilmittel: Auch für die gesundheitliche Anwendung lassen sich Bibelstellen finden, so wurde z. B. das berühmte Balsamharz zu Heilungszwecken auf Wunden aufgetragen (vgl. Jer 8,22; Jer 46,11; Jer 51,8).
  • Kosmetik: Neben der Verwendung von Duftstoffen im Salböl zu kultischen Zwecke, schätzten die Hebräer die Bestandteile von bstimmten Pflanzen auch als Mittel zur Schönheitspflege wie bspw. den Balsam zur Herstellung von Öl und Duftsalben (als Einreibung zur Hautpflege) sowie für Parfüm (vgl. Est 2,12; Hhld 4,10).
  • Beduftung von Kleidungsstücken: Auch war es üblich die Kleidung mit Duftstoffen einzuparfümieren. So heißt es in Psalm 45,9, der ein Loblied auf König David ist: „Von Myrrhe, Aloe und Kassia duften all deine Gewänder“.
► Mehr Infos rund um das Räuchern im Neuen Testament/ Christentum finden sich in folgendem Beitrag: Räucherwerk im Christentum

Wohlgerüche im neuen Testament

Das neue Testament erwähnt Duft- und Räucherstoffe nicht ganz so häufig im Vergleich zu den Büchern des alten Testaments. Aber einige Stellen können dennoch als Belege für deren Bedeutung in dieser Zeit angeführt werden.

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Neues Testament – Jesus von Nazareth

  • Luxusgut / Geschenkgabe: Einen Hinweis für Verwendung von Duftstoffen als hochwertiges Handels- und Luxusgut findet sich in den Evangelien, als die drei Sternendeuter aus dem Osten dem neugeborenen Jesuskind ihre Aufwartung mit teure Geschenkgaben machten, die aus Gold, Weihrauch und Myrrhe bestanden (vgl. Mk 15,23). Die Wahl der Geschenke lassen sich als Zeichen für einen König mit göttlicher Würde deuten, dem hier die Aufwartung gemacht wird. Ebenfalls wird die Bedeutung von Duft- und Räucherstoffen als Handelsware in Offb 18,13 erwähnt, wo eine Aufzählung verschiedenster Handelsgüter der damaligen Zeit gegeben wird.
  • Rauchwerk: Die Nutzung von Weihrauch als sakrales Räucherwerk wird ebenfalls im neuen Testament erwähnt. So erwähnt die Offenbarung des Johannes das Aufsteigen von Rauch des Räucherwerks zusammen mit den Gebeten der Heiligen (vgl. Offb 8,4). Dieser Rauch lässt sich als Gebet und Opfer zur Ehre Gottes deuten. Dabei dient das Räucherwerk hier als Kommunikationsmittel zwischen Gott und Mensch.
  • Salböl: Auch in den Büchern des neuen Testaments wird die Verwendung von Duftstoffen in Form von Salbölen erwähnt. So wird Jesus mit teurem Nardenöl der Kopf bzw. die Füße gesalbt (vgl. Mk 14,3; Joh 12,3), was auch als sakraler Hinweis gedeutet werden kann, dass nur sehr hohen hebräischen Würdenträgern wie den Königen und Hohepriestern eine solche Ehre zuteil wurde und dieser Anspruch mit der Salbung auf Jesus übertragen wurde.

Wichtige Räucherstoffe

In der Bibel werden unterschiedliche Pflanzen als Räucherstoffe bzw. Räucherwerk erwähnt, von denen hier die wichtigsten kurz erläutert werden sollen.

Räucherharze

Besonders die Harze haben eine herausragende Bedeutung als Räucherwerk. Dabei sind vorallem die beiden Harze Weihrauch und Myrrhe hervorzuheben, die miteinander in sehr engem Zusammenhang stehen. Sie werden in den biblischen Büchern sehr häufig zusammen erwähnt (vgl. u. a. Mt 2,11; Offb 8,4). Diese meisten Harze stammen aus Südarabien, Oman, Jemen, Äthiopien oder Somalia.

  • Balsam

Zu den wichtigen Räucherstoffen der Antike zählte der Balsam (commiphora gileadensis, c. opobalsamum), auch als Mekkabalsam oder Balsam von Gilead (entsprechend seine Herkunft) bezeichnet. Der Balsam gehört zur Familie der Balsambaumgewächse, die vornehmlich der Wüste gedeihen. Die Balsamharze zählten zu den teuersten Handelsgütern der damaligen Zeit. In diesem Kontext werden die Balsame im alten Testament u. a. als Geschenkbeigaben der Königin von Saba an König Salomon neben Gold und Edelsteinen erwähnt (vgl. 2. Chr. 9; 1. Kön 10,2.10) sowie als wertvolles Handelsgut, mit dem ganze Karawanen beladen waren (vgl. Gen 37,25; Gen 43,11; Ez 27,17.22). Das hebräische Wort für Balsam „bosem“ (בּוֹשֶׂם) wird in den Büchern der Bibel wechselweise für den Balsamstrauch, dessen Harz, das hieraus gewonnene Öl und für Wohlgeruch allgemein gebraucht: So war Balsam ein wichtiger Bestandteil des heiligen Salböls (vgl. Ex 25,6; Ex 30,23; Ex 35,8.28; Offb 18,12), mit dem die Juden ihre Könige salbten. Als Räucherwerk wird Balsam hingegen im Zusammenhang mit dem Kult rund um die Stiftshütte erwähnt (Ex 25,6; 35,8). Ebenfalls kennt die Bibel Balsam wegen seines Wohlgeruchs als Mittel zur Schönheitspflege in Form von Balsamöl (z. B. für Massagen), Salben und Parfüm (vgl. Est 2,12; Hhld 4,10). Schließlich galt Balsam in vielen Schriften des Altertums als Heilmittel und wurde zur Heilung bzw. Schmerzlinderung auf Wunden aufgetragen, was sich auch beim Propheten Jeremia zeigen lässt (vgl. Jer 8,22; Jer 46,11; Jer 51,8). Diese Verwendung zeigt sich noch heute in dem Sprichwort „Das ist Balsam für die Seele“. Mehr zum Balsam …

  • Galbanum

Als wichtiger Duft-und Räucherstoff der antiken Zeit ist Galbanum (ferula galbaniflua, ferula gummosa) anzuführen, das besonders in Mesopotamien verbreitet war, wo es besonders als Heilmittel geschätzt war. Ebenfalls kannten das Harz auch die Israeliten, die es vermutlich in der babylonischen Gefangenschaft kennenlernten. Das alte Testament erwähnt Galbanum als einen Bestandteil des heiligen Tempelweihrauchs (vgl. Ex 30,34), der nur für den Kult verräuchert werden durfte. In einer weiteren Bibelstelle wird das Harz in einer Aufzählung von Duft- und Räucherstoffen (Sir 24,15) aufgelistet. Mehr zu Galbanum …

  • Myrrhe

Myrrhe – Biblische Duftpflanze

Neben dem Weihrauch zählte Myrrhe (commiphora myrrha) zu den wichtigsten Harzen der biblischen Zeit, das vielfach ihres herrlichen, aber bitteren Duftes wegen in den biblischen Büchern genannt wird (vgl. Eph 5,2; Mk 15,23; Ps 69,22). Aufgrund seiner antibakteriellen Wirkung nutzten es die Menschen des Altertums als Zutat von Heilsalben oder für Salben zum Einbalsamieren ihrer Toten. Myrrheharz wird in der Bibel u. a. in Zusammenhang mit der Herstellung des hl. Salböls (vgl. Ex 30,22-25) erwähnt, aber auch wegen des seines herben Duftes als Parfüm (vgl. Est 2,12; Hld 1,13;3,6) geschätzt sowie als Luxusgut (vgl. Offb 18,13) gehandelt. Auch in Psalm 45,9 findet die Myrrhe Erwähnung. Laut Überlieferung brachte Nikodemus nach dem Tod Jesu neben den Leinentüchern eine Mischung aus Myrrhe und Aloe mit, um den Körper des Toten einzubalsamieren (vgl. Joh 19,39-40). In der Bibel wird die Myrrhe häufig auch als Stakte bezeichnet. Ebenso wie das Weihrauchharz war Myrrhe eine der Gaben, welche die heiligen drei Könige Jesus zur Krippe mitbrachten (vgl. Mk 15,23). Mehr zur Myrrhe …

  • Styrax (Storax)

Auch das Harz des Styraxbaumes (styrax officinalis) gehört zu den biblischen Räucherharzen. In der Antike verfügte der Storaxbaum über eine wichtige Rolle im religiösen Kultus und so wurde das Harz wohl auch von den Hebräern zum Räuchern verwendet. Vielleicht war es Bestandteil des mosaischen Räucherwerks, dessen Rezept im Buch Exodus genannt wird (vgl. Ex 30,34). Mit dem dort erwähnten Räucherstoff Stakte könnte entweder Styrax, aber auch Myrrhe gemeint sein. Eine weitere Erwähnung von Styrax findet sich im Buch Genesis (vgl. Gen 30,37). Allerdings wird der dort genannte Baum auch häufig auch mit Pappel übersetzt, so dass eine genaue botanische Zuordnung ebenfalls nicht möglich ist. Schließlich wird der Styraxbaum als Räucherwerk im Zusammenhang mit Rauchopfern beim Propheten Hosea genannt (vgl. Hos 4,13).  Mehr zu Styrax …

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  • Weihrauch

Weihrauch in der Bibel

Besonders dem Weihrauch (boswellia sacra, boswellia thurifera) kommt hier eine herausragende Bedeutung zu und galt als gleichbedeutend wie Gold: Dieses wohlriechende Harz aus Arabien oder Somalia war nicht nur eine wichtige Zutat des heiligen Salböls (vgl. Ex 30,34; Lev 2,1.15.16; 5,11; 24,7; Hld 3,6; 4,6.14 ) oder eine Opfergabe (vgl. Lev 24,7, Num 16,7, Jer 6,20), die im jüdischen Tempeldienst zum Einsatz kam, sondern es war neben Gold und Myrrhe eines jener Geschenke, mit dem die drei Weisen aus dem Morgenland dem neugeborenen Jesuskind an der Krippe huldigten (vgl. Mt 2,11). Bei diesem hier genannten Bibelweihrauch handelt es sich höchstwahrscheinlich um den Arabischen Weihrauch (boswellia sacra). In der Offenbarung des Johannes wird Weihrauch zudem als Unterstützung für das Gebet erwähnt (vgl. Offb 8,4) und zur großen Stadt Babylon getragen (vgl. Offb 18,13). In Neh 13,5 wird Weihrauch sogar als zu den wertvollsten Tempelschätzen gezählt. Schließlich wird das Harz in Ez 23,41 als Luxusgut genannt. Vermutlich übernahmen die Israeliten den Weihrauch als Duftpflanze von den Ägyptern, wo er als Zeichen der Göttlichkeit angesehen wurde. Sein Wohlgeruch galt als identisch mit den Göttern selbst. In der Bibel finden sich insgesamt 52 Textstellen mit Hinweisen auf Weihrauch.
Mehr zum Weihrauch …

Räucherhölzer -/rinden

Neben den Harzen gibt es auch weitere Pflanzen bzw. Pflanzenteile wie Hölzer und Rinden, die eine wichtige Bedeutung in der Bibel haben:

  • Adlerholz

Der berühmte Adlerholzbaum (aquilaria agallocha) zählte schon im Altertum aufgrund seines kostbaren Holzes, das als Räuchermittel zum Beduften von Kleidung und Räumen verwendet wurde, zu den wertvollsten Handelsgütern und war entsprechend teuer. Auch die Bibel erwähnt das Adlerholz an etlichen Stellen, wobei das Holz teilweise auch als Aloe bezeichnet wird und umgekehrt. Somit ist nicht immer klar, um welche der beiden Pflanzen es sich gerade handelt. Das alten Testament erwähnt das Holz des Adlerbaums aufgrund seines würzigen Wohlgeruchs an etlichen Stellen (vgl. Hhld 4,14; Num 24,6; Ps 45,9; Spr 7,17). Im Buch Numeri (Kapitel 24,6) wird der Adlerholzbaum neben der Zeder als einer der beiden Bäume genannt, die Gott selbst gepflanzt hat. Mehr zum Adlerholz …

  • Aloe

Aloe – Duftpflanze der Bibel

Die Aloe (aloe ferox, aloe capensis, aloe barbadensis), auch Echte Aloe genannt, zählte zu den bedeutenden Räucher- und Heilpflanzen des Altertums. Ihre Heimat hat die Pflanze wohl im Südwesten von Arabien. Neben Ihrer Anwendung in der Volksmedizin, war sie bei den Juden auch als Räucherstoff und Mittel zur Einbalsamierung geschätzt. Zu letzterem Zweck wird Aloe im neuen Testament neben Myrrhe als Bestandteil einer Salbe zur Einbalsamierung des Leichnams Jesus erwähnt (vgl. Joh 19,39), die Nikodemus mitbrachte. Im alten Testament wird Aloe häufig auch als Adlerholz bezeichnet, wobei sich nicht mehr genau nachvollziehen lässt, wann welche Pflanze gemeint ist. In den Bibelstellen wo die Aloe im Zusammenhang mit ihrem Duft erwähnt wird, handelt es sich aber vermutlich um Adlerholz, da Aloe selbst nicht so gut duftet. Mehr zur Aloe …

  • Cassia (Kassia)

Bei Cassia (cinnamomum cassia), auch Kassia oder chinesischer Zimt genannt, handelt es sich um ein Baum, dessen Rinde und getrocknete Knospen bereits im Altertum als Gewürz, Heilmittel und Räucherwerk verwendet wurden. Wie in unseren Tagen, gehörte Zimt bereits damals zu den bekanntesten und am häufigsten verwendeten Gewürzen. In der Bibel wird die Cassia-Rinde als Bestandteil des heiligen Salböls (Exodus 30, 22-25) erwähnt. Als Räuchermittel wurde Kassia neben Weihrauch und anderen Räucherstoffen ebenfalls im Tempel als Rauchopfer verbrannt. Weitere Erwähnung findet Cassia als Bestandteil eines wohlriechenden Öles in Psalm 45, 8-9 sowie als kostbare Handelsware (vgl. Ez 27,19). Mehr zur Cassa-Rinde …

  • Labdanum / Cistrose

Ebenfalls gehört das Harz der Cistrose (cistus ladanifer), das beim Räuchern einen balsamischen Wohlgeruch verbreitet, zu den wichtigen Räucherstoffen der biblischen Zeit. Es stammt ursprünglich von der Insel Kreta. Dort war es ein wichtiger Bestandteil von Salben und Parfüms, die in die gesamte antike Welt gehandelt wurden. Die Bibel erwähnt diesen Räucherharz als Handelsgut bzw. wertvolles Geschenk in Gen 37, 25 und 43,11. Mehr zum Labdanum-Harz …

  • Narde

Im Altertum gehörte die die Narde (nardostachys jatamansi) zu den bedeutenden Duftpflanzen, die in den kostbarsten Öle und Salben als wichtige Zutat galt. Diese Bedeutung der Narde wird auch in zahlreichen Stellen der Bibel deutlich: So wird sie im Alten Testament im Hohelied 1,12 und 4,13 erwähnt, wo ihr edler Duft gerühmt wird. Im Neuen Testament findet sie sich in Mk 14,3 sowie in Joh 12,3 erwähnt, als Jesus durch eine Frau (Maria Magdalena) mit teurem Nardenöl der Kopf bzw. die Füße gesalbt wurde. Vermutlich diente die Narde auch als Salböl für die Hohepriester und Könige der Hebräer. Mehr zur Narde …

  • Zeder

Zeder (Libanonzeder)

Eine weitere Duftpflanze der Bibel ist die Zeder (cedrus libani). Lange Zeit gehörte der Zedernbaum zu den wichtigsten Räucherpflanzen des Altertums, der an den Küsten des Libanons in großen Wäldern gedeihte. Die Bibel erwähnt die Zeder u. a. im Buch Ezechiel (z.B. 17,23), im 2. Buch der Chronik (z. B. 2,3.8) oder in den Psalmen sowie an einer Vielzahl anderer Stellen. Besonders die Zedern des Libanon werden vom Psalmist aufgrund ihrer Größe gepriesen. Der berühmte König Salomon soll der Überlieferung nach den gesamten Jerusalemer Tempel aus Zedernholz gebaut haben. Mehr zum Zedernholz …

  • Zimt

Als einer der bis heute bekanntesten Gewürz- und Duftstoffe, der ebenfalls im Altertum schon weit verbreitet war und ebenfalls in der Bibel Erwähnung findet, muss Zimt (cinnamomum zeylanicum) angeführt werden. Die Heimat des Zimtbaumes liegt in Indien bzw. Sri Lanka stammt, weshalb er über lange Strecken transportiert werden musste. Entsprechend wertvoll war das Gewürz in der damaligen Zeit dann auch. Im neuen und alten Testament wird die Rinde des Zimtbaumes an etlichen Stellen als kostbare Handelsware erwähnt (vgl. Spr 7,17; Hld 4,14; Offb 18,13). Außerdem zählte die Zimtrinde zu den wichtigen Zutaten für das heilige Salböl der Juden (vgl. Ex 30,22-25). Mehr zum Zimt …

Weitere Räucherstoffe

In der Bibel werden zudem weitere Räucherstoffe erwähnt, deren genaue Identität bis heute nicht ganz geklärt sind.

  • Räucherklaue (Onycha)

Räucherklaue (Flügelschnecke)

Bei der Räucherklaue, die auch als Teufelsklaue oder Räuchermuschel bezeichnet wird, handelte es sich höchstwahrscheinlich um die Deckel von unterschiedlichen Arten der Flügelschnecke (hauptsächlich von der „blatta byzantina“). Im Alten Testament wird diese bei den Zutaten aufgezählt, die als Räucheropfer und zur Herstellung des heiligen Salböls benutzt wurden: „Der Herr sprach zu Mose: Nimm dir Duftstoffe, Staktetropfen, Räucherklaue, Galbanum, Gewürzkräuter und reinen Weihrauch, von jedem gleich viel.“ (Ex 30,34). Weitere Erwähnung findet sie in Sir 24,15. Das hebräische Wort dieses Räuchermittels ist „shecheleth“. Beim Verräuchern verbreitet das Gehäuse dieser Meeresschneckenart einen starken und beißenden Geruch. Anderen Interpretationen zufolge könnte es sich bei der Räucherklaue auch um eine Substanz handeln, die von einer Schlangenart, von den Deckeln einer bestimmten Muschelsorte oder von der Zistrose gewonnen wurde. Mehr zur Räucherklaue …

  • Stakte

Hierbei handelte es sich aller Wahrscheinlichkeit nach um Myrrhenharz in seiner höchsten Qualität, das aus einer bestimmten Art des Balsambaums von der Südküste Arabiens entstammte. Mehr zur Stakte …

  • Ysop

Ysop

Eine weitere Räucherpflanze, die in der Bibel elfmal erwähnt wird ist Ysop (hyssopus officinalis, origanum syriacum). Diesem Zwergstrauch schrieben die Hebräer eine große Bedeutung als Reinigungspflanze zu. Besonders im alten Testament findet Ysop Erwähnung, besonders im Kontext mit Psalm 51, wo es heißt: „Entsündige mich mit Ysop, dass ich rein werde; wasche mich, dass ich weißer werde als Schnee.“ (Ps 51,9) Weitere Stellen im ersten Teil der Bibel sind: Ex 12,21-22 – Lev 14,4.6.51.52 – Num 19,6.18 – 1 Kön 5,13. Aber auch im neuen Testament wird Ysop genannt: Nach dem Johannes-Evangelium wird Jesus, als er am Kreuz hängt, ein mit Essig getränkter Schwamm auf einem Ysop-Stengel angereicht (siehe Joh 19,28-30). Mehr zu Ysop …
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Weitere Verwendungszwecke von Duftstoffen

Neben der Bedeutung von Duft- bzw. Räucherstoffen als teures Handelsgut und ihrer Verwendung im religiösen Kultus zur Verehrung der Götter (in Tempeln und daheim in den Häusern), fanden sie eine breite Anwendung in unterschiedlichen Bereichen des privaten und öffentlichen Lebens:

  • zur Beduftung von Räumen und Textilien → Die hebräischen Frauen legten zwischen Gewänder, Decken etc. duftende Pflanzenteile oder bedufteten die Kleidung mit dem Rauch von Harzen und Hölzern.
  • als Bestandteil von kostbaren Ölen, Salben oder Parfüms zur Beduftung des Körpers
  • als Mittel in der Volksmedizin (teilweise auch in Form von magischer Heilmittel) zur äußeren und inneren Einnahme (z. B. Weihrauchharz)
  • als Räucherwerk zur Abwehr bzw. Vernichtung von Schädlingen in den Kornkammern und Vorratsräumen
  • als Räuchermittel zur Desinfektion
  • als Mittel gegen Ungeziefer wie Kopfläuse (zur Sterilisation)

 

Räucherwerk in Kultur & Religion

 

Quellen:

  • bibelkommentare.de: Bibel-Lexikon, abgerufen am 5. März 2016.
  • bibelwissenschaft.de: Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), abgerufen am 5. März 2016.
  • Fischer-Rizzi, Susanne: Botschaft an den Himmel. Anwendung, Wirkung und Geschichten von duftendem Räucherwerk; München 1996, S. 175ff.
  • Kügler, Joachim: Duftmetaphorik im Neuen Testament, In: Kügler, Joachim (Hg.): Die Macht der Nase (SBS 187), Stuttgart 2000, S. 123-172.
  • reine-essenzen.com: Bibelöle und Zitate aus der Bibel. Salbung und Heilung, abgerufen am 21. April 2016.
  • satureja.de: Biblische Düfte – Wohlgerüche aus dem ältesten Buch der Menschheit, abgerufen am 4. März 2016.
  • Wollner, Fred: Duftender Rauch für die Seele. Vom praktischen Umgang mit Räucherwerk; München 1998, S.124f.
  • Zohary, Michael: Pflanzen der Bibel; Stuttgart 1983, S. 96f.