Avicenna – Der Weihrauch-Medicus

Avicenna (Ibn Sina) - Medicus und Weihrauch-Experte

Der große persische Universalgelehrte Ibn Sina (er war u.a. Mediziner, Philosoph, Physiker, Dichter, Jurist, Mathematiker und Astronom), der in Europa vor allem als Avicenna bekannt ist, befasste sich ebenfalls mit Räucherstoffen als Heilmittel. Dazu geht er in seinen medizinischen Abhandlungen auf die Heilwirkung bestimmter Räucher- bzw. Heilpflanzen wie Weihrauch oder Myrrhe näher ein und beschreibt deren Wirkung und Anwendung.

Portrait: Avicenna

Wer war Avicenna (Ibn Sina)?

Ibn Sina alias Avicenna, mit vollem Namen Abū Alī al-Husain ibn Abd Allāh ibn Sīnā, wurde um das Jahr 980 in Afschana (bei Buchara) als Sohn eines hohen Staatsbeamten geboren. Nach seiner Ausbildung in islamischer Theologie (Koran) und Literatur, wurde er zunächst in Rechtswissenschaft, Philosophie, Logik, Physik, Metaphysik, indischer Mathematik und Algebra unterrichtet, bevor er sich mit 16 Jahren der Medizin zu wandte.
Bereits im Alter von 17 Jahren besaß Avicenna eine eigene Arztpraxis und hatte sich einen Ruf als „Hakim“ (weiser Mann, Arzt) erarbeitet, woraufhin ihn der samanidische Herrscher Nuh ibn Mansur (976–997) in seine Dienste aufnahm. Als im Jahr 1002 sein Vater verstarb, wurde Ibn Sina ebenfalls in ein Staatsamt am samanidischen Hof in Buchara berufen. Daneben praktizierte er weiter als Arzt und gab Vorlesungen.
Nachdem dem Untergang der Samanidenynastie im Jahr 1005 begann er durch Persien zu reisen und an verschiedenen Höfen als politischer Berater und Arzt zu wirken, wobei er auch zwischenzeitlich aufgrund falscher politischer Positionierung im Gefängnis einsitzen musste.
Ab 1024 ging er als wissenschaftlicher, literarischer und militärischer Berater in die Dienste des Kakuyiden-Emirs ʿAlā ad-Daula Muḥammad nach Isfahan. Dort schrieb er auch 1030 sein Hauptwerk „Kanon der Medizin“ („al-Qanun fi t-Tibb“ bzw. „Qanun al-Tibbvom“) nieder, das 1279 ins Hebräische und kurze Zeit darauf ins Lateinische übersetzt wurde. Es zählte im Mittleren Osten und Europa über lange Zeit zu den bedeutendsten medizinischen Lehrbüchern. Ibn Sina starb im Juni des Jahres 1037 vermutlich an Ruhr oder Darmkrebs.
Avicenna hat ein großes literarisches Schaffenswerk zu fast allen Wissenschaften seiner Zeit (Astronomie, Geometrie, Medizin, Philosophie und Theologie) in 21 Haupt- und 24 Nebenwerken hinterlassen und gehört ohne Zweifel zu den berühmtesten Persönlichkeiten seiner Zeit. Er hat vor allem die Geschichte und Entwicklung der Medizin mitgeprägt, weshalb er im gesamten Orient als „Fürst der Ärzte“ bzw. „Arzt der Ärzte“ verehrt wurde. Aber nicht nur in der Medizin hat sich Ibn Sina einen Namen gemacht, sondern auch in der Philosophie durch seine Aristoteles-Rezeption, die in Europa dann seinerseits der große Kirchenlehrer Thomas von Aquin (1225-1274) aufgriff. Ibn Sinas philosophisches Hauptwerk ist „Die Heilung“ („Kitab ash-Shifa“) mit Inhalten u.a. zur aristotelischen Logik, Metaphysik, Psychologie und den Naturwissenschaften. Im Zuge der Rezeption durch den hl. Thomas erhielt Ibn Sina auch seinen latinisierten Namen „Avicenna“.
Übrigens spielt die historische Person Avicennas im Bestseller Der Medicus*  von Noah Gordon eine wichtige Rolle. Das Buch wurde im Jahr 2013 mit Ben Kingsley als Avicenna in einer der Hauptrollen verfilmt.

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Der Medicus

Weihrauch als Heilmittel bei Avicenna

Avicenna (Ibn Sina): Kanon der Medizin

Avicenna (Ibn Sina): Kanon der Medizin

Nach Avicenna verfügt das Weihrauch-Harz über eine Reihe positiver Eigenschaften, die er u.a. in seinem Standardwerk „Kanon der Medizin“ beschreibt. So soll das Weihrauch über folgende gesundheitliche Wirkungen verfügen:

  • bei Gedächtnisstörungen
  • zur Stärkung des Verstandes
  • größeres Erinnerungsvermögen
  • Verbesserung der Konzentrationsfähigkeit
  • bei Appetitlosigkeit
  • stoppt Nasenbluten
  • heilt Narben
  • zur Kühlung bei allen hitzigen und entzündlichen Krankheiten
  • als Räuchermittel soll es bei Schwellungen im Bereich der Augen helfen

Zur oralen Einnahme von Weihrauch müssen die Harzstücke nach Anleitung des berühmten Medicus in heißem Wasser aufgelöst und täglich eingenommen werden. Diese Form der Weihrauch-Therapie empfahl er in seinem „Kanon der Medizin“ anhand mehrerer Rezepte auch seinen Patienten. Die Einnahme sollte zusätzlich mit gemahlenem Honig und auf nüchternen Magen erfolgen.

Ebenfalls erwähnt Avicenna die gesundheitliche Wirkung von Weihrauch u.a. bei chronischen Entzündungen, Insektenstichen, eitrigen Wunden, Erbrechen, Fieber, Harnwegsentzündungen, Infektionen, Tumoren sowie Ruhr.
Für äußere Anwendung empfahl er Weihrauch mit Essig oder Öl zu vermischen und anschließend auf die betroffenen Hautstellen aufzutragen.

Bekannte Räucherstoffe als Heilmittel

Neben Weihrauch erwähnt der berühmte Medicus noch weitere klassische Räucherstoffe, die sich in anderer Form für Heilungszwecke einsetzen lassen: So empfahl Avicenna das Myrrhen-Harz für Heilungszwecke bei Blähungen, Geschwüren, Magenbeschwerden und Wunden. Andere Harze wie Amber, Asant, Adlerholz, Galbanum oder Styrax waren für ihn ebenfalls wirksame Heilmittel bei unterschiedlichen Beschwerden.

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